Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 466 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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466 Das Leid der Tiere. ist, daß man um seinetwillen ein (anderes) Tier tötet, es gibt ja noch viele bereits fertige Felle, viele Tiere sterben auch von selbst, so daß man ihre Felle benutzen kann, und trotzdem sagt R. Moses Isserles zuletzt, daß viele dennoch darauf achten. Wie sollte da ein jüdischer Mensch Lebewesen ohne jede Notwendigkeit töten, nur um der Lust seiner Zeit zu fröhnen, der Beschäftigung mit der Jagd. Wollte man aber einwenden, daß von Bären, Wölfen und anderen wilden reißenden Tieren doch angenommen wird, daß sie Einem etwas antun und daher gesagt wird, daß der sich ein Verdienst erwirbt, der sie schnellstens tötet, so ist das aus zwei Gründen ein Irrtum. Erstens: die Halacha bleibt nicht wie R. Elieser, daß dies von den genannten Tieren gilt. Und selbst hinsichtlich einer Schlange ist noch ein Streit zwischen Maimonides und Rabed Hilchoth Sanhedrin V 2. Und selbst nach R. Elieser ist die Sache ja für uns nicht ausgemacht. Denn wir entscheiden auch in seiner Anschauung nach der Auffassung Resch Lakischs, daß das nur gilt, wenn sie bereits jemanden getötet . . . Aber es hat das alles überhaupt nichts mit unserer Frage zu tun, denn dort ist die Rede davon, wenn sie in bewohnte Gegenden gekommen . . . aber sie in den Wäldern zu verfolgen, wo ihre Wohnstätte ist, wenn sie nicht in von Menschen bewohnte Gegenden Vordringen, da handelt es sich nicht um eine verdienstliche Tat sondern nur darum, daß man einer Leiden- Schaft fröhnt und dem Ratschlag dessen folgt, der sich in eine Gazelle verwandelt hat.*) Wer seinen Unterhalt durch eine derartige Jagd erwirbt, von dem gilt natürlich nicht, daß er sich einer Grausamkeit schuldig macht. Man schächtet ja Vieh, Wild und Vögel und tötet Fische für den Bedarf des Menschen, und es macht da keinen Unterschied aus, ob es *) R. Jecheskel Landau spielt hier auf den oben erwähnten Midrasch an, in dem geschildert wird, wie David vom Satan nach dem Lande der Philister gelockt wird. Er kann also unmöglich ihn so auffassen, daß David mit Billigung des Erzählers auf die Falkenjagd gegangen. Er hätte in dieser Erzählung ja gerade den Gegenbeweis für seine Behauptung. Vgl. oben S. 461 ff.