Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 443 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Schatzkammer der Geonim. 443 rung noch der mündlichen Tradition des Lehrens überlassen war und wo diese versagte, da wandte man sich an die Häupter der Jesehiwot von Snrs und Pumbadita, um von ihnen die richtige Belehrung zu erhalten. Es braucht den Kundigen nicht erst gesagt zu werden, wie oft Raschi und die Baale Tossafot die תעובר/ הגואנים berücksichtigten und sie ausdrücklich als Quelle ihrer Erklärung bezeichnen. Unser ״Ozar“ bietet nun die ursprünglichen Quellen, soweit sie noch erhalten sind, im Wortlaute (vgl. z. B. I, Seite 81 mit Tossafot Berachot 34 a s. v. א׳ל wo in kaum zwei Zeilen eine wichtige ausführliche Entscheidung der Geonim enthalten ist. Oder: 49b s. v. נברך verglichen mit Ozar I, 115 Nr. 322). Während aber der erste Teil immerhin zumeist vollständige Responsen (im Ganzen etwa 380 Stück) zu einzelnen Stellen von Berachot enthält, sind die im II. und III. Teil gesammelten (277 u. 251 Stücke) nicht selten nur kurze Zitate aus einst große! Kommentarwerken der babylonischen Hochschulen, erhalten in unzähligen Schriften der ראשרניס im Äruch und in Handschriften. Ein fortlaufender vollständiger geonäischer Kommentar zum ganzen Traktat ist nämlich nicht erhalten geblieben; hier finden wir jedoch öfters auch ziemlich lange Stücke, die einen Einblick in die Ärt der Kommentierung jener Gelehrten uns gewähren, die sicherlich in mehrfacher Beziehung als Vorläufer des Raschi-Kommentars bezeichnet werden dürfen. Nicht selten findet man in den goonäischen Responsen Mitteilungen, die für Geschichte und Literatur von großer Bedeutung sind. So kann man in unserer Sammlung eine Reihe wichtiger liturgischer Stücke finden, die von den Geonim angeführt sind. Lewin gibt ihre Liste in den sehr sorgfältig bearbeiteten Indices am Schlüsse des Werkes (III, 73), Nicht minder bedeutsam sind die Beiträge aus unserem Werke zur Geschichte der Minhagim (Index Seite 74—76), eine Arbeit, die freilich erst geschrieben werden müßte und auf Grund des Lewin’scken ,,Ozar“ einst auch geschrieben werden kann. Eine andere Liste stellt die geonäischen Traditionen zu ein-