Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Tescfiururt 15. Jahrgang 3—אלולK 5688 Juli—Angast 1928 Heft 7/8 Die Jüdische Höhere Schule in Theorie und Praxis. Von Dir. Dr. Elias, Fürth. Das Problem der jüdischen Schule ist ein solches der jüdischen Jugend. Ein Blick auf die Generation, aus der die Gegenwartsschule hervorgegangen ist, läßt die geschichtliche Rolle erkennen, die den ersten jüdischen Schulen zugewiesen war: Sie waren berufen, den für das Judentum unheilvollen geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts — politischer und sozialer, wissenschaftlicher und pädagogischer Art — einen Damm entgegenzusetzen, und haben diese Aufgabe im großen und ganzen auch gelöst. Aber eben dieser Rückblick zeigt auch, daß die jüdische höhere Schule, aus der Zeit geboren, mit der Zeit sich wird ändern müssen. Das 20. Jahrhundert arbeitet nicht nur allmählich an der Umbildung. Wer nur immer die gewaltige Umwälzung, deren Zeugen wir waren, innerlich erlebt, dem enthüllt sich die (durch ein ganzes Jahrhundert in die Irre geleitete Erziehung in ihrer ganzen Unzulänglichkeit. Das Wissen als alles beherrschende Macht, die Gesellschaft als Quelle der Ethik, die!Technisierung des Erd־׳ ganzen und ״patriotischer Tugendpomp“,1) alles vereinigte sich, um einen Typus Mensch zu züchten, der mitsamt seinen vielen Kenntnissen und seiner großen Gewandtheit von erschreckender Leere war, und dessen Gesinnung feinem utilitaristisch gerichteten Verstände unterlag. Da mehren sich die ‘) S. Walther Rathenau, Än Deutschlands Jugend. Verlag S. Fischer, Berlin. 1