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Jeschurun · 1928-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1928) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 246 (sequence 2)
Language
German
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246 Das Leid der Tiere. Menschen das Mitgefühl abgeht, das erst später erworben wird. Ein Beispiel: Sie stecken einen Strohhalm in die After eines Frosches, blasen ihn bis zum Kugelform auf; dann wird er wie ein Gummiball auf das Pflaster geschleudert, daß er klatsehend zerplatzt.2) Die maßlose Vertilgung der Tiere, die zur Ausrottung zahlreicher Arten geführt hat. Welche Umwälzung in der Fauna und damit im Klima, überhaupt für die ganze Oekonomie im Haushalt der Natur dadurch bewirkt werden wird, ist heute noch nicht abzusehen. Die Form der Gewinnung mancher Federn, Pelze und manchen Leders. Die Reiherfedern werden während der Brutzeit gewonnen, so daß die jungen Tiere zu Grunde gehen. Robben werden in noch halblebendem Zustande abgehäutet. Um besonders zartes Handschuhleder zu erhalten, wird das Junge aus der Gebärmutter herausgeschnitten. Bei Großfabriken zur Gewinnung von Froschschenkeln werden die Frösche, nachdem ihnen die Schenkel abgeschnitten, wieder in den Teich zurückgeworfen. Geflügel wird lebend gerupft. Aale werden an einen Pfosten genagelt und ihnen die Haut vom lebendigen Leibe abgezogen. Schildkröten Teile vom Rumpf abgeschnitten und zur Suppe verwandt, damit der Rest sich lebend noch nach Wochen frisch erhalte. Krebse lebendig zum Kochen angesetzt. Stopfgänsen die Schwimmhaut an den Boden genagelt, um ihnen jede Bewegungsmöglichkeit zu rauben. Beim ״edlen“ Jagdvergnügen werden die Tiere angeschossen, sodaß sie sich noch tagelang quälen, in den Treib- und vor allem in den Hetzjagden wird die Todesangst der Tiere auf viele Stunden ausgedehnt. Beim Angelsport ist die Ausrüstung des Anglers geradezu eine Folterkammer von Werkzeugen zum Anstechen und Festhaken des Tieres. Beim Lösen vom Angelhaken werden dem Tiere oft die Eingeweide herausgezerrt. Beim Reißen der Schnüre muß sich das Tier mit dem Angelhaken im Schlund noch wer weiß wie lange quälen. Das Blenden der Singvögel, damit sie, unabgelenkt, sich noch 2) Aus Philipp Klenk, Tierquälerei und Sittlichkeit. Langensalza 1902.

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