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Jeschurun · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 173 (sequence 53)
Language
German
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Die Vertreibung der Juden usw. 173 mit anderen Worten die ärmeren Volksschichten der Judenschaft, während nur 109 zum Handel und 103 zum Handwerk bestimmt wurden. Die restlichen 68 Familienväter waren zum Schuldienste nötige Personen als Rabbiner, Schächter, Schulsinger Kinderlehrer, Zehngeboteschreiber etc. und solche, ״die altershalber zum Absterben anzusehen sind1״). Als die Judenschaft diese Willkür, ihre direkt gewaltsame Heranziehung zum Ackerbau erkannte und als das Mittel zum eigentlichen Ziele, nämlich ihre Vertreibung, durchschaute, wollte sie sich durch Geld von dieser schmählichen und zugleich schmerzlichen Unterdrückung oder eventuellen Auswanderung loskaufen, da sie die Verhältnisse in Wien seit dem vorjährigen Majestätsgesuche zur Genüge kannte. Die Juden boten daher dem Administrator Enzenberg eine Steuer-Pauschale von 5000 Dukaten, zahlbar jährlich in 4 Quartalsraten pränumerando an, wenn ihnen ihre bisherige Lebensweise, das Pachten, die Propination (= Getränk - Ausschank) etc. belassen und sie vom ״Aufdringen des Ackerbaues״ verschont würden, mit der wahrheitsgemässen Begründung, dass die allerwichtigsten Feldbauzeiten in die jüdischen Festtage hineinfielen, und mit der Beteuerung, dass bei dieser absoluten Unmöglichkeit, nur dies der einzige Ausweg sei, ״auf dass sie bei einer andern Puissance Schutz zu suchen nicht notgedrungen sein möge2 *״). Sie gaben dadurch ganz offen und freimütig kund, sich nicht unterdrücken und bevormunden lassen zu wollen und eher der Heimat den Rücken kehren als sich die Freiheit nehmen zu lassen. Enzenberg jedoch wies sie barsch ab: ״sich unausweichlich und auf der Stelle fügen zu müssen8״) und erliess auch bald darauf auf Grund eines allerhöchsten Befehles4) am 24. 4. 1783 den Zirkular-Befehl, wonach sich alle Juden, die zum Ackerbau ״klassifiziert״ wurden, binnen 6 Wochen diesem *) Enzenbergs Meldungen darüber an d. galiz. Gen. Kom. v. 22/4 u. 23/6 1783, teilweise auch b. Zieglauer a. a. 0. V. Bd. 72—75 u. 87/8. 2) Bittgesuch d. Juden v. 4/4 1783, ebenso Zieglauer a. a. 0. Y. 68—70 s) Enzenbergs Meid, hierüber an d. galiz. Gen. Kom. v. 5 4 1783. 4) HER Reskript y. 15/3 1783 an Enze&berg; z. T. auch b. Zieglauer Y. 75.

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