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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 51 (sequence 51)
Language
German
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Aus Israel Zangwüls usw. 51 schuld beladene Elterngeneration. Der Faden der Geschehnisse ist dünn gesponnen, auch mögen die dramatischen Qualitäten dieser Gesellschaftskomödie besonders im Aufbau vieles zu wünschen übrig lassen. Aber die Hauptsache bei einer Zeitsatire sind ja weniger die Geschehnisse, sondern die Echtheit der Charaktere, der Zeitstimmung, der Atmosphäre. Und hierin ist der Satiriker Zangwill ״at his best“, in seinem Urelement. Er will eine Nachkriegsgroteske schreiben. Alle Entartungen und Lächerlichkeiten unsrer disparaten Zeitgeneration möchte er an den Pranger stellen, namentlich die moderne Jugend der Nachkriegszeit, ihre geschlechtliche Ueberhitztheit und Betäubungs- ־wut, ihren furor jazzbandicus, ihren durch lange Entbehrungsjahre übersteigerten Lebenshunger und ihre Pubertätskrämpfe, ihr Aufbegehren gegen alles Traditionelle. Oberster Grundsatz dieses Geschlechts ist: diese Einrichtung besteht schon lange, darum verdient sie abgeschafft zu werden! (Amerikanischer Import). Daher ihre schonungslose Kampfansage an alle überlieferten Ideale, ihre Kampfstellung gegen alle diese abgetakelten Familientraditionen mit ihren KLichees und Attrappen, Kampf gegen die viktorianischen Idole der Eltern- und Altenverehrung; die Eltern haben uns in die Welt gesetzt zu ihrem, nicht unsrem Vergnügen, Eltern sind die Vertreter des Konventionellen, Ewiggestrigen, Rückschrittlichen, sind Pflichtautomaten, Anbeter des Althergebrachten, Verbürgerlichten, ״they störe up skeletons (Gerippe) in cupboards“. Mary, das siebzehnjährige hofühungsvolle Töchterchen des Professors Sundale, eines Hauptcharakters des Stücks, fragt ihren Bruder Richard, einen kubistischen Maler mit dem Geniepatent in der Tasche: What are we to do with our parents? (Was fangen wir mit unseren Eltern an?) Why can’t people he born without parents? (Warum kann man nicht ohne Eltern geboren werden?) Diese Mary, der unromantische Backfisch, schwärmt mit ihren siebzehn Jahren für Sozialreform, für freie Liebe, für uneheliche Kinder, für schrankenloses Sichausleben der ״Persönlichkeit“; kein modernes Weib kann den Ehekontrakt unterschreiben, in dem von lebenslanger «ehelicher Treue die Rede ist, und Gehorsam gegen den Mann

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