Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Vertreibung der Juden usw. 4S wollte und der Hofkriegsrat erwies sich bald durchaus als ein gefügiges Werkzeug seines Mandatars, des Administrators Enzenberg. Auf Basis der von General Enzenberg in seiner Denkschrift vom 29. Okt. 1779 niedergelegten Vorschläge, trat darauf hin im April 1780 eine Hofkriegsrats-Kommission zusammen, um über die endgiltige Regulierung der Bukowina und somit auch der Judenfrage, die ein Punkt in dieser Tagesordnung bildete, im Beisein Enzenbergs zu verhandeln 1). Da nach den Ansichten des Hofkriegsrates und des Bukowiner Administrators General Enzenberg, die Lösung der Judenfrage von vornherein nur in der Verminderung der Juden zu suchen war, so war auch der 27. Abschnitt, der diesen Gegenstand betraf, dementsprechend in folgender Frage formuliert; ״Es befinden sich in der Bukowina bis 800 Familien Juden, deren vor der russischen Okkupierung etwa bei 400 FamUien gewesen sind. Wie können dieselben, da sie dem Lande beschwerlich fallen, vermindert werden?“ Die Konferenz-Beschlüsse, die nun dementsprechend gefasst worden sind, teilen sich in 2 Teile, je nachdem sie die ,neuen oder alten Juden“ nach ihren Rechtsunterschieden betreffen. Aber nicht nur in der Formulierung der Frage war Enzenbergs Meinung ausschlaggebend, auch in den Beschlüssen gelangten seine Anschauungen, wie es das Protokoll hervorhebt, zur Geltung. ,Die neuen Juden — das heisst die seit 1769 sich eingeschlichen haben, — wiederum aus dem Lande abzuschaffen unterliegt keinem Anstande“ lautete die präzise Antwort auf diese Frage. Es ist daher von der Bukowinaer Administration eine Kommission zu bilden, alle im Lande anwesenden Judenfamilien auf die Zeit ihrer Ansiedlung zu untersuchen. Von 1) ibidem. Protocollum commissionis in Distriktseinrichtung Nr. 1471: Vorsitzender: HKR Präsident FM Hadik, Beisitzende, General-Feld wachm. v. Browne u. Enzenberg, Hofräte Türkheim, ürsini, ßazesberg, Luerwald, Dnrfeld, Weebern u. Oberkriegskommissar Wagmuth als Vertreter des gal. General-Kommandos in Lemberg.