Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 715 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Replik 715 Augen liegen, die Quelle nicht nur nicht genannt werden, sondern ihre geschickte Einflechtung wird sogar als Feinheit des Stils anzusehen sein. Unter gewissen Umständen, besonders bei populären Darstellungen, wird die Berufung auf weniger verbreitete, ja nahezu unbekannte fachwissenschaftliche Werke unterbleiben dürfen. Niemals aber darf diese Berufung bei solchen Ergebnissen fremder Forschertätigkeit fehlen, die über selbst Fachleuten oft schwer zugängliche, selbst ihnen nicht geläufige Stellen verteilt sind. Niemals dann, wenn die ״MaterialienSammlung“ keineswegs nur ״Hilfswerk״ ist, sondern wie bei Alb.’s Aufsatz dessen Bedeutung nur in der Zusammenstellung eben dieses Stoffes besteht, wie Ch. Alb. selbst zugibt, dass ״erst durch die Listen der Beweis geliefert wurde“. Wie aber kann von einem ״nur hingeworfenen Gedanken Chasan’s“ gesprochen werden, wenn in der auf diesem ״Gedanken“ aufgebauten Liste (unter 86) 13 Nrr. schon von Schorr und Chasan genannt werden, wenn sich nahezu das gesamte auf HP. und ST. bezügliche Material schon bei Müller19 findet (s. m. Anm. 132) oder der grössere Teil der Parallelen zwischen Alf. und ST. schon von Chasan angemerkt worden ist? Soll es nicht erlaubt sein, dies eine befremdliche Tatsache zu nennen? Nach meiner Auffassung von wissenschaftlichem Arbeiten war es Pflicht, diese grundlegenden Vorarbeiten nicht nur zu erwähnen, sondern sie auch so deutlich zu machen, dass sie als solche erkannt werden können, so dass selbst eine Beantwortung der Frage Ch. Alb.’s: ״also erwähnt er sie oder nicht“ mit ״ja“ nicht genügte; darauf vielmehr kommt es an, wie und wo die Erwähnung geschieht. Darum glaubte ich rügen zu müssen, dass Alb. die nachgelassene Bemerkung Chas.’s20 nur beiläufig erwähnt. Hätte Alb. die früheren Ausleger nirgends genannt, 60 könnte man glauben, er achtet sie nur gleich Materialsammelnden Handlangern. Aber er erwähnt sie, nur leider nie an ״entscheidenden Stellen“ (für Itt., HP. und Rsp. Aifasis). Darum könnte man es für einer ״absichtlichen Irreführung des Lesers“ ähnlich halten, wenn Alb. ganz verschweigt, dass schon Müller (Einl. S. 19) mehrere Quellenschriften annimmt und hierfür auch viele Nachweise bringt. Aber gerade dies nimmt Ch. Alb. als ein besonderes Verdienst seines Vaters für ihn in Anspruch, die Erkenntnis vermittelt zu haben, dass ST. nicht einheitlich sei. Durch diese Darlegungen werden auch die am Schlüsse der Erwiderung aufgestellten drei Behauptungen hinfällig. 19) Da Schorr auf HP., Müller aber (in seiner HP.-Ausgabe) auf ST. verweist, war der grösste Teil des ״neuen“ Materials leicht auffindbar, 20) In seiner Anm. 11 behauptet Ch. Alb., dass ich mir ein ״Kunst- Stückchen“ geleistet hätte, wenn ich Alb. zum Vorwurf mache, dass er Chasan nicht als Anreger und Materialgeber seiner Liste I nenne und deutelt ferner in כמו שנחזה ברשימה״// hinein, dass Alb. damit etwa folgendes sagen wolle: ״jetzt erst kann deutlich ersehen werden, was aus Chas.’s zerstreuten Angaben nicht möglich war“. Aber erstens sind die Hinweise gar nicht so verstreut oder beiläufig, wie Ch. Alb. glauben machen will, und zweitens ist Chas.’s Aussage so deutlich und so bestimmt (z. B. zu 15, 18, 21), dass die Aufstellung der ״grossen *Theorie“ kein Kunst- Stück war. — In dem Halb. betr. Zitate von S. 541 muss es statt ״wieder“ (bisher stand ja dieser Vorwurf noch nicht) heissen ״wiederholt“ und vö? XXII gehört ״XI/XII“. Ich gebe aber zu, dass Alb.’s Angaben, wesentlich reichhaltiger sind, so dass ich mich bei dieser meiner BemerVung im Ausdrucke vergriffen habe. \