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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 689

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 689 (sequence 107)
Language
German
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Der Gottesdienst usw. 689 Steigerung; nach denen jeder Ausschau hält und die ihn orientieren. Wer aber wollte behaupten; dass die Gebetshauptstücke heute noch die echten Höhepunkte im Gottesdienste darstellen! Hier liegt die grosse Aufgabe der Vorbeter und Chöre der frommen Gemeinden; Wandel zu schaffen; sie vermögen es durch den Zauberstab ihrer Kunst; durch das Wunder der Melodien. Vorbildlich in gewisser Weise können die modern geführten Synagogen des Ostens sein. Was ist das Bravourstück eines deutschen Chasan? Das ובנוחה יאמר mit dem mächtigen Schlussakkord des נקדם. Und im Osten ist es ein הכל יודרך, ein אהבה רבה oder השכיבנו, wodurch die Partie um das Schema so wichtig und bedeutsam für die Gemeinde wird, dass niemand sie versäumen möchte. Einheben und Ausheben gehen dort aber recht schlicht vor sich; sie haben durch die das Auge fesselnde Handlung selbst und ihre Lage in der Mitte des Gottesdienstes ohnedies Kraft genug. Schwerer schon wird der Ausgleich zwischen Gebet und Pijutim, besonders an den Jomim Nauroim. Man wird mir einwenden; das liege einfach daran; dass der Anfang des Gottesdienstes, wo das Morgengebet gesprochen wird, wegen der frühen Stunde schwach besucht wird, nicht daran, dass den Synagogenbesuchern an den Pijutim mehr liegt als an den Tefillaus. Das Gegenteil davon beweisen die Slichaustage; wo in frühster Stunde die Synagoge gefüllt ist, weil jedem die Eingangspartie am Herzen liegt. Die Frübstunde trägt also nicht allein die Schuld. Die Verteilung von Gebet und Pijut ist m. E. überhaupt in den Sliehaus mustergültig gelöst. Zuerst kommt, so seltsam -es klingt, die Slicha, als das unwichtigere; ist das Gotteshaus gefüllt, dann kommt das Gebet, das daher ־wenigstens in den Busstagen von keinem leicht versäumt wird. Wer gewollt oder ungewollt zu spät kommt, kann immer dort mit einsetzen, wo die Gemeinde grade hält und hat das Wesentliche die Tefilla ganz vor sich. Dennoch gelang es dem Chasonus, den Sliehaus der Frühstunde Nachdruck und Bedeutung zu erhalten. In ähnlicher Weise gehen die פסוקי דזמרה den ברכות ק״ש voran, so dass man eine kleine Verspätung wettmachen kann, ohne

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