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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · p. Seite 642

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 642 (sequence 60)
Language
German
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642 Abstammung und Herkunft usw. Von dieser Zeit an geben uns viele Dokumente den Beweis, dass Juden in Rumänien existierten und wohnten. So ist auch ein offizielles Schreiben Stefans des Grossen an den polnischen König Alexander Jagello erhalten (1498), worin er ihm mitteilt, dass der Gesandte Buhusz eine polnische Edelfrau, welche Juden aus der tatarischen Gefangenschaft befreit hatten, bei einem Juden am 120 Gulden loskaufte 1). Der polnische Chroniker Martin Bielsky berichtet uns aus dem Jahre 1540 von polnischen Christen, dass sie das Judentum angenommen hätten und zum Schutze gegen die Verfolgungen des katholischen Clerus nach der Moldau geflohen wären2). Ferner werden um 1545 Juden im türkischen Chilia erwähnt3), und in eben diesem Jahre 1545 beschwerten sich Juden beim polnischen König, dass sie seitens des moldauischen Wojwoden Peter Raresch gehindert würden, türkische Pferde nach Polen und Litauen auszuführen, damals ein häufiger Darchzugsartikel, der besonders durch jüdische Pferdehändler in Verkehr gebracht wurde4). Ebenso betrieb im Jahre 1550 der Jude Simon Hannel in der Moldau den Handel mit Edelsteinen 5 6). Ali diese Dokumente und Berichte geben uns also über die Anwesenheit von Juden in den Ländern des heutigen Rumänien zwar Zeugnis, ohne aber daneben über ihre numerische Stärke und Verbreitung Aufschluss zu geben. Im Folgenden soll auch darüberberichtet werden, ln den Responsen des Rabbi Josef Caro, des Verfassers des grossen Codex ״Schulchan Arucha6), wird näm- 0 Archiv» istoria a Romanilor, N1*. II. S. 35; Nietor, a. a. O. S. 58; Jorga, histoire des Juifs de notre pays, S. 6; Schwarzfeld. a. a. 0. S. 14 und S. 38; Berkowitz, a. a. O. S. 50; Brociner, a. a. 0. S. 105; Letopisete, I. 10J; bis nach Kaffä (Feodosia) erstreckte sich der Handel der Juden. 2) Kronika Polska, Krakau 1597, S. 580 bei Brociner, a. a. O. S. 105—6. s) Rykaczewsky, inventarium privilegiorum ex arco Krakowiensi, S. 149 bei Nistor, a. a. O. S. 60. ף Nistor, a. a. O. S. 60 und 177; archiva istoria, S. 34—5 : Schmidt,, a. a. 0. S. 96. 5) Nistor, a. a. O. S. 170; F. R. Kaindl, Geschichte der Deutschen in den Karpathenländern, I. Bd. S. 332. 6) Grätz, Gesch. der Juden, III. Bd. S. 324; er lebte in Adrianopel.

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