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Jeschurun · 1927-11-01 · Heft 11-12 (November 1927) · page 3

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 11-12 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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14-Jahrg'an״ 5688 טנת—כפלל November—Dezember 1927 Heft 11/12 Vom Tier und seiner Wertung (nach Bibel und Talmud). Wie über alle Fragen naturwissenschaftlicher Art, gibt es in Bibel und Talmud auch keinerlei systematisch geordnete oder auch nur eine Erörterung grösseren Umfangs über das Wesen der Tiere. Wir können nur aus vereinzelten Aussprüchen, Erzählungen, Gleichnissen, Gesetzesbestimmungen uns ein Bild konstruieren, wie sich das Wesen der Tiere im Menschen spiegelte und wie er danach sein Verhalten gegenüber dem Tier regelte. Der Versuch einer solchen Darstellung muss natürlich an sich völlig unabhängig von der Art erfolgen, wie man ausserhalb des Judentums das Tier anzusehen gewohnt war und ist. Nur zu leicht schiebt sich sonst ein subjektives Element in der Beurteilung des aus den Quellen gewonnenen Materials ein. Dennoch gibt uns die Berücksichtigung bereits vorhandener Stellungnahmen einen gewissen Masstab zur Würdigung dessen, was das Judentum in seiner alten Ueberlieferung über unsere Frage zu sagen hat. Es soll daher zunächst ein kurzer Ueberblick gegeben werden über die Tierpsychologie im Altertum, im populären Bewusstsein unserer Zeit und in den heute geltenden wissenschaftlichen Theorien. In der Antike kommen hier im Wesentlichen nur die Aussprüche der Philosophen und ihrer Schulen in Betracht: Die Pythagoreer schliessen aus dem Instinkt der Tiere, dass alle lebenden WeseD Vernunft haben. Plato meint, dass Pflanzen und Tiere nur der Menschen willen geschaffen, jene sind zu

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