Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 584 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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584 J ung־ Judentum So ersteht auch das ״Problem“ der individuellen und Milieu- Erziehung als eine rein praktisch-taktische Frage. Nicht weil es durch Lektüre, Charakter und Lebenseinstellung richtig erscheint, mit Wenigen zu arbeiten, ist individuell vorzugehen und nicht wegen des ״-ערבותPrinzips“, dem sich auf Grund von Thora und Talmud andere ״Prinzipien“ entgegenstellen Tessen, hat man die Arbeit ins Weite zu erstreben — nein! Die J i r’ a fordert von der jüdischen Jugend Tat um ihretwillen, wie Zeit und Ort es gebieten. Das suchte der Esra — und das soll er weiter suchen. Der Mittel und Wege gibt es viele, ln erster Linie die Wanderung. Hier kann ״gelernt“, hier können Gedanken ausgetauscht, eine Verinnerlichung gestärkt werden, hier tritt der Mensch dem Menschen näher. Abwechslung bringt Stählung der Geistes' und Gefühlskräfte mit sich — und eine gutgeleitete Wanderung ist eine dauernde Abwechlung. Freilich gut geleitet! Diese wichtigste Institution der Jugendbewegung müsste planvoller und für das Jüdische nutzbarer gestaltet werden. ״Kilometerfressen“ und ähnliche Auswüchse müsste man zu meiden suchen. Kenntnis von Wald und Flur, das Erschliessen eines beglückenden Natursinns, alles im Hinblick auf das Jüdische. Neuerdings bewähren sich die Ferienheime des Esra ganz besonders. Auch sie müssten in diesem Sinne ausgestaltet werden. * Nur zwei Wege, Wanderung und Heim, nannten wir. Es gibt der Wege viele. Aber diese beiden erschliessen so recht den Wert des Namens ״Esra“: Wanderung und Heim! Anfang und Ende ist jedes von ihnen, dauernder Anfang und dauerndes Ende. So wie jener Grosse, der wanderte von Heim zu Heim, um ein grosses, umfassendes, ein göttliches Heim seinem Volke zu errichten. Und wie klein das Tun der Enkel sein mag vor der Tat des Ahnen — es klingt doch so freundlich-zuversichtlich herüber aus dem Buche des Esra (9,8): ״Nun aber ist ein Augenblick Gnade vom Ewigen, unserem Gotte, uns einen Ueberrest zu lassen und uns einen Pflocken zu setzen an seiner heiligen Stätte. Dass erleuchte unsere Herzen unser Gott und dass er uns Lebenskraft gebe in unserem Knechtsein.“ Kami. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohljjemuth, Berlin Druck von Itzkowski & Co., Berlin N 24, August*tr. 59