Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1927-09-01 · Heft 9-10 (September 1927) · p. Seite 565

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 9-10 (September 1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 565 (sequence 117)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2292929-2293050-2293055--09350-2302635
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Schächtfrage usw. 565 Willensimpuls durch die Nervenbahn zu den Bewegungsapparaten des Körpers, den Muskeln, ausgeben. Legt man das Gehirn frei und reizt diese Gehirnzellen mittels des elektrischen Stromes, so kann man deutlich die Bewegung der zugehörigen Muskeln wahrnehmen. Nun konnte Lieben nachweisen, dass nach erfolgtem Schächtschnitt die elektrische Reizung der Gehirnzellen nach 10—35 Sekunden bereits versagte und diese Lähmung der Gehirnzellen auch späterhin nicht mehr behoben wurde. Nach Ansicht zahlreicher kompetenter Physiologen ist ein Analogie- Schluss von den motorischen Gehirnzellen, die den Bewegungsreiz aussenden, auf die sensiblen Zellen, die Empfindungen und Schmerz empfangen, ohne weiteres möglich. Prof. B e t h e *) meint sogar mit anderen (Prof. R. du Bois-Reymond* 2,) Prof. Asher3)- Bern, Prof. Mangold 4 *)-Berlin), dass das Bewusstsein noch vor der Lähmung der Bewegungszellen schwinde. Dusser de Barenne6) hat in gleichem Sinne festgestellt, dass im Experiment die sensiblen Reizerscheinungen auch zu einer Zeit nicht mehr auftraten, als die motorischen noch funktionierten. Er weist auch auf die Erfahrungen der Chirurgie hin, dass bei Fehlen des Bewusstseins in der allgemeinen Narkose die motorischen Zellen noch elektrische Erregbarkeit zeigen. Professor Magnus6) schliesst sich dem an und fügt noch hinzu: ״Für die umgekehrte Annahme, dass die motorischen früher als die sensiblen (Gehirnzentren) gelähmt werden, spricht keine einzige bekannte Tatsache. Auch Sherrington7) schreibt, ״dass, wenn die motorischen Rinden- Zentren aufhören, faradisch erregbar zu sein, die analogen sensiblen bereits unerregbar sind“. Fassen wir das Ergebnis der bisherigen Darlegungen zusammen, so ergibt sich, dass auf der einen Seite *) Bethe, L.-Y. Nr. 3 p. 9. 2) R. du Bois-Reymond, L.-Y. Nr. 4.?) Asher, L.-Y. Nr. 1. ף Mangold, L.-Y. Nr. 23. h) Dusser de Barenne, L.-Y. Nr. 10. 6) Magnus, L.-Y. Nr. 21 p. 13. 7) Sherrington, L.-Y. Nr. 26.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.