Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 561 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Schächtfrage usw. 661 Einen direkten Beweis, dass in einer bestimmten Situation ein Tier nicht mehr bei Bewusstsein ist, können die Schächtgegner, was ja in der Natur der Sache liegt, nicht bringen. Sie müssen sich deshalb auf Analogie -Schlüsse zum menschliehen Bewusstsein beschränken 1). Ein anderer Weg, der zu exakterer Klärung der Bewusstseinsfrage führen könnte, wird auffälligerweise von ihnen nicht beschritten. Man kann nämlich an anderen Fähigkeiten der Grosshirnrinde, die direkter Beobachtung zugänglich sind, prüfen, ob das Gehirn bereits gelähmt ist (Lieben) 2). Jedenfalls ergibt sich daraus, dass der gordische Knoten nicht so einfach zu durchhauen ist, wie Hoffmann2) es beabsichtigte, indem er Bewusstlosigkeit erst dann annahm, wenn der Hornhautreflex nicht mehr auszulösen ist und anaemische Krämpfe auftreten. Wir werden feststellen können, dass wenn diese Kennzeichen vorhanden sind, im allgemeinen kein Bewusstsein mehr vorhanden ist, es ist aber ebenso feststehend, dass viele Menschen sicherlich bewusstlos sind, ohne diese Kennzeichen aufzuweisen. Das Bewusstsein kann also schon lange erloschen sein, auch wenn die von Hoffmann geforderten Zeichen (Erlöschen des Hornhautreflexes, Krämpfe) noch nicht eingetreten sind. Dies dürfen wir auch auf die Verhältnisse beim Schächten an wenden. Wenn die Zeichen in der Phase IV zu Anfang nicht vorhanden sind, so ist damit das Vorhandensein des Bewusstseins in keiner Weise bewiesen. So fällt die Behauptung Hoffmanns, dass zu Beginn der Phase IV das Bewusstsein wiedergekehrt sei, soweit sie sich auf dieser falschen Definition aufbaut, in sich zusammen. A. Feststellung der Bewusstlosigkeit. 1. Durch Nachweis der Blutleere des Gehirns. Nach dieser allgemeinen kritischen Betrachtung der Methoden der Bewusstseinsprüfung können wir nun die erste spezieHe Behauptung der Schächtgegner ins Auge fassen: ״Solange das 1) Klein, L.-V. Nr. 15 p. 67. 2) Lieben, L.-V. Nr. 20. 8) Hoffmann, L.-V. Nr. 13 p. 121. 8