Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 483 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Galiläa von der Makkabäerzeit bis 67 483 Das an vierter Stelle genannte גמלא findet man gleichfalls nicht in der Bibel; jedoch weiss eine merkwürdige Ueberlieferung zu berichten, dass גמלא eine zeitlang als Zufluchtsort gedient habe10. Es gehörte also der biblischen Zeit an, wenn auch der ursprüngliche Name anders gelautet haben mag. Es muss nachdrücklichst betont werden, dass die Bibel bei weitem nicht alle Ortschaften Palästinas nennt, und, dass so mancher erst in der Mischnazeit auftauchender Name damals schon eine mehr als tausendjährige Geschichte hinter sich hatte. Es lässt sich übrigens nachweisen, dass zur Zeit der Einrichtung der Römerherrschaft G a m 1 a wirklich jüdisch war. Um das Jahr 47 liess der junge Herodes den Galiläer Ezechias hinrichten n, dessen Sohn, Namens Juda, nach dem Tode Herodes (im J. 4) in Sepphoris auftaucht, wo er sich der im königlichen Arsenal aufbewahrten Waffen bemächtigt und mit seiner Schar in Galiläa sein Wesen treibt12. Vater und Sohn müssen also Galiläer gewesen sein. In der Tat nennen Josephus12 und die Apostelgeschichte (5,37) Judas ״den Galiläer“, und Josephus gibt seine Heimat genauer mit G a m a 1 a an. Auffälligerweise wird er aber gerade an dieser Stelle14 ״Gaulaniter“ genannt, was nach den sonstigen Angaben unmöglich richtig sein kann. Es muss angenommen werden, dass der ursprüngliche ״Galiläer“ dem Ortsnamen Gamala zulieb, der dem Abschreiber nur aus der Gaulanitis (im Osten des Genezaret-Sees) bekannt war15, willkürlich in ״Gaulaniter“ geändert wurde. In Wirklichkeit handelt es sich um das im Norden Obergaliläas gelegene גמלא, dessen Namen der Gebl Gamle bewahrt, während die Lage 10) Tos. Makkot in (II) 2 (440,28) j II,6: אע״ם שהפרישו קדש בגליל לא היתה קולטת הפרישו גמלא תחתיה. S. MGWJ 1917,140. ") Ant. XIY 9,2; Bj. I 10,6. 12) Ebd. II 4,1. «) Ant. XVIII 1,6; XX 6,2; Bj. H 8,1; 17,8. 14) Ant. XVÜI 1,1. 15) Es wird während des grossen Krieges Bj. IV 1,1, aber auch sonst öfters genannt (s. B ö 11 g e r, Topographisch-historisches Lexikon 124 f,).