Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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urun 14. Jahrgang 88/ 5687 תשרי—אלול Heft 9/10 September—Oktober 1927 Schöpfung und Natur. Woher sind wir kommen, wo gehen wir hin, wer waltet dort oben über den Sternen? Wo immer und wann Menschen über die niederste Stufe des Kampfes um ihr Leben hinausgewachsen, da haben sie diese drei Fragen beschäftigt, die letzten Endes eben nur eine Frage sind, wie ist diese Welt, in die wir hineingestellt, entstanden. Denn ob ein Gott ist, ob wir unsterblich, ein Gott, der nicht ein Schemen, eine Abstraktion, eine Unsterblichkeit, die wirklich die Vollendung unseres hienieden vergänglichen Wesens, das hängt letzten Endes davon ab, ob wir uns zur Natur, die ewig und unverändert sich selbst genügt, oder zu einer Schöpfung bekennen, die ein übernatürliches Wesen ins Leben gerufen. Mythisch-religiöse und naturphilosophische Kosmogonien haben sich seit Jahrtausenden um die Antwort bemüht. Aus allen Versuchen, die Entstehung der Welt und all dessen, was sie füllt, zu erklären, haben sich als die beherrschenden die biblische Lehre und die Summe dessen, was unter naturwissen־ schaftlichen Theorieen geboten wird, behauptet. Während im Altertum diese beiden Ströme nebeneinan־ der liefen, die Wissenschaft der Antike unabhängig von der Religion und das biblische Judentum unbeeinflusst von wissenschaftlichen Theorieen seinen W eg ging, beginnt um die Zeit, da Hellenismus und Judentum sich begegnen, jene Auseinander- Setzung, die noch heute einen jeden vor die Alternative stellt: Natur oder Schöpfung, d. h. Wissenschaft oder Religion: 1