Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 328 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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328 Bücherbesprechungen sind. Ein weiter Ausläufer des Judenportugieaischen. der aus diesem Böhmen herausfällt, ist das Dschoe-Tongo (Jew Tongo) der Küstenländer am amen* kanischen Mittelmeere und b i den samarakkanischen Negern Von besonderem Interesse sind auch Blondheims Ausführungen über den Einfluss der Septuaginta und des Aquila auf die neugriechischen Bibel-Ueber- Setzungen der Juden, und erst recht der Nachweis arabischer Einflüsse a;f die jüdisch-romanischen Uebertragungen des Alten Testamentes. Wenn auch Bl ndheim den besondern Nachdruck seiner Ausführungen auf die romanische Sprachgeschichte legt, die sein eigentliches Wissensgebiet bildet, so wird doch auch die Bibelforschung (Exegese) nicht umhin können, sich des Stoffes zu bedienen, d r ihr hier geliefert wird. Der Verfasser gibt, wie gesagt, eine Spe/ialstudie. Aber er zeigt sich in diesem Buche nicht bloss als ein auf der Höhe der Wissenschaft stehender Bomanist sondern zugleich als ein verständnisvoller Kenner der so verschlungene Pfade wandelnden jüdischen Sprachgeschichte. Mit grosser Kenntnis werden die mittelalterlichen Kommentatoren herangezogen, und man fragt sich, was grösser ist, die Umsicht, die Gelehrsamkeit oder der Scharfblick des Verfassers. Der erstaunliche Fleiss, von dem das von überall hergeholte Vergleicbsmaterial zeugt, hat sich auch in den Indices ausgewirkt, die den ganzen Stoff der Nachprüfung in vorbildlicher Weise zugängüch machen. Blondheim ist Professor au der Johns Hopkins University in Baltimore. Sein Buch ist ein Beweis von dem wissenschaftlichen Geiste, der im Gegensätze zu manchen andern amerikanischen Hochschulen dort herrscht. Er zeigt uns zugleich, dass auch die aus Deutschland stammende Judenschaft Amerikas nicht die Fähigkeit verloren hat, auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete vorzügliche Leistungen zu schaffen. Heinrich Loewe. Nachruf | Am 17. Nissan ist Frau Rosa Wohlgemuthjra nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Im Verborgenen hat sie nach jüdischer Frauenart gewirkt. Drum nach ihrem Abschied in verborgene Ferne das Bekenntnis: Ihrer unermüdlichen Arbeit verdankt zum grossen Teil diese Zeitschrift ihr nunmehr fast 14jähriges Bestehen in Kriegs¬ und Nachkriegszeit. Nicht nur' durch die Erledigung des Technischen, sondern auch durch all das, was Mitdenken und Mitfühlen zu geben vermag. Ihre Persönlichkeit zu schildern, ist an anderer Stelle unternommen worden (Israelit, 28. April d. J ). Die erste Nummer des „Jeschurun*, die ohne ihre Mitarbeit erscheint, soll nur dies kurze Wort des Dankes und Gedenkens hinaustragen. n*axin. Redaktion und Verlag des „Jeschurun*. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von Uzkowaki & Co., Berlin N 24, Aajfutitr. 59