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Jeschurun · 1927-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1927) · p. Seite 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 314 (sequence 108)
Language
German
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314 ״Die Schrift und das Wort“ spezifisch jüdischen Berufe, der gewöhnlich als Lehrling bei einem älteren Fachmann erlernt wurde. Der junge Jacob Hirsch hatte die Grundelemente des jüdischen Wissens im Cheder erworben. Da die Kulturzustände in ganz Posen am Ende des 18. Jahrhunderts von denen im sonstigen Polen sich nicht unterschieden, können wir uns von seinem Werdegang auch ohne besondere Unterlagen ein ungefähres Bild machen. Nachdem Mecklenburg dem Cheder entwachsen war, besuchte er das Stadt-Beth-Hamidrasch. Wahrscheinlich hatte sein Vater auch Anteil an seiner Ausbildung, da die Chirurgen im Osten fast alle alich auf jüdischem Gebiete gelehrte Männer waren. Jung verheiratet, ergriff er den Kaufmannsberuf und liess sich in Gnesen nieder. Seinen Familiennamen ״Mecklenburg״ nahm er erst unter preussischer Herrschaft, höchstwahrscheinlich in Gnesen an, da sein Vater noch keinen festen Familiennamen hatte. Mecklenburg lebte in Gnesen bis zu seinem 44. Lebens-- jahre. Seine Lebensgeschichte bis zu seiner Berufung liegt leider im Dunklen, da er aber als Königsberger Rabbiner 36 Jahre amtiert hat, ist es nicht schwer, sich von seiner Bedeutung und Persönlichkeit ein Bild zu machen. In seinem besten Mannesalter sah er aber ein, dass er für den Kaufmannsberuf nicht geeignet war und nahm in seinem Wohnorte Gnesen die Stelle eines Vizerabbiners an. Nach einigen Jahren verwickelte er sich in dieser Eigenschaft in einen Prozess mit dem zuständigen preussischen Landrat. Dieser Prozess bereitete ihm wie allen offiziellen jüdischen Kreisen viel Aerger, sodass sich Mecklenburg am Ende der zwanziger Jahre um eine andere Rabbinerstelle beworben hat, um auf diese Art weiteren Unannehmlichkeiten zu entgehen. II. Im Jahre 1829 bewirbt sich Mecklenburg um die Stelle des Oberrabbiners (Ab-Bethdin) in der Gemeinde zu Königsberg in Preussen. Mit seinem umfassenden talmudischen Wissen, seiner allgemeinen Bildung und seinen pädagogischen Interessen war er für das Königsberger Rabbinat der geeignete Mann, da

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