Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 238 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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238 Beiträge zur talmudiscben Methodologie laut der einen בבא auf die Formulierung der andern gewirkt hat, wobei offen bleibt, ob der Wortlaut der דשא auf die Formulierung der סיפא, oder umgekehrt der Wortlaut der סיפא auf die Formulierung der רישא *) Einfluss hatte. Es gilt nun fast sämtlichen Methodologen und Kommentatoren als ausgemacht, dass eine solche Auslegung, die die Formulierung der רישא durch den Wortlaut der סיפא beeinflusst sein lässt, noch gezwungener ist, als die umgekehrte, wonach der Wortlaut der רישא auf die Formulierung der סיפא eingewirkt hat2). Es ist kein Zweifel, dass dem so ist3). Das ist ein- J) Ned. 72 a Die ganze Erklärung lautet dort: אלא מחא ליבא למשמע מינה אי רישא דווקא נקים סיפא משום רישא אי סיפא דווקא נקים רישא משום סיפא. An Yielen Stellen im Talmud schliesst die Diskussion nach einer versuchten Beweisführung für eine Ansicht aus dem דיוק aus einer בבא und nach der Feststellung, dass aus der andern בבא das Gegenteil sich ergäbe, mit den Worten: אלא מחא ליכא למשמע מינה Es wird aber nicht etwa mit den Worten הא גופא קשיא u. ä. weiter gefragt, dass dann doch ein Widerspruch zwischen den beiden בבות bezgl. der aus ihnen sich ergebenden דיוקים an und für sich besteht. Wenn nun Raschi Schabb. 121a 8ub אלא מהא ליכא למשמע מינה: Tossaf. Bb. 104 a sub אלא מהא ליבא למשמע מעה (etwas anders); 162 b snb אלא מהא Raschham Bb. 104 a sub למשמע מינה אלא מתא ליכא (etwas anders); 162 b sub אלא מהא ליכא וכו, erklären, dass auch an diesen Stellen bei einem solchen Diskussionsschluss die noch vorhandene Schwierigkeit sich löst durch die Annahme, dass die Formulierung der einen בבא durch den Wortlaut der andern beeinflusst ist, so geht eine solche Erklärung auf die oben zitierte Ned. - Stelle zurück, wo neben den Worten אלא מהא ליכא למשמע מינה mit den Worten אי רישא דווקא וכר die Schwierigkeit gelöst wird. Eine solche Lösung lässt sich mit mehr oder minder grossem Zwang auch an den folgenden Stellen geben, wo die Diskussion mit ארא מהא ובו schliesst: Meg. 27 a; Bm 26 b (für das Verständnis der ganzen Stelle vgl. מהר״שא und *מה״רם שין. zu den Laa vgl דקדוקי סופרים) 80 a; 34 a (vgl aber die anschliessende Diskussion); Az 72 a (vgl. übrigens dort פלפולא חריפתא); Jeb. 89 b (cc und ß); Men. 105 a: Nidda 38 b. Nicht angängig ist diese Erklärung aber an den folgenden Stellen: Ber. 25a; Meg. 22 a; Jeb 76 b; Ned. 60 b. Ob in solchen Fällen angenommen werden «oll, dass der Verfasser der Quelle bezgl. der Entscheidung des Falles, für die sich aus den דיוקים aus den beiden בבות Gegensätzliches ergibt, selbst im Zweifel war, und deshalb sich aus der Quelle nichts entnehmen lässt, soll hier nicht behandelt werden. Nahegelegt würde dies etwa aus Kidd 5 fe ואב״א נתן הוא ואמר הוא מקודשת נתנה היא ואמרת היא איבה מקודשת נתן הוא ואמרה היא ספיקא היא (Die Frage wurde bereits von manchen אחרונים behandelt ) Von vornherein liegt kein Widerspruch in der Quelle vor in Bm. 81 a; Schebu. 38 a (vgl. מהרש*א zu 37 b) 2) Vgl Tossaf. Bb. 26 b sub אלא (am Schlüsse); Kerith. 12 b sub מדסיפא (wo die Schlussworte דאיבא למימר תני סיפא אגב רישא אבל רישא אגב סיפא לא תני־ auch nur besagen sollen, dass die eine Auslegung gezwungener ist als die andere). Vgl auch Sanh 18 a Tossaf. sub .כהן גדול ף Dagegen sprechen nicht Stellen, wo eine Auslegung gegeben wird, wonach ein Satz in seiner Formulierung durch den Wortlaut des nächsten