Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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V urun 14. Jahrgang 5687 פיון — אייר Mai—Juni 1927 Heft 5/6 Zum Wesen der jüdischen Aesthetik. Von cand. phil. Alexander Altmann, Trier-Berlin. Es ist wohl unnötig, die Berechtigung der Problemstellung ״Judentum und Aesthetik“ erst zu beweisen. Jeder Jude, der sich in den Aesthetizismus unserer Zeit hin ein gestellt erkennt, fühlt den Zwiespalt zwischen jüdischer und modern-ästhetischer Lebensform und legt sich selbst die Frage der Auseinandersetzung vor. Nur ein kurzes Wort zur Erklärung der Methode, die den Gang der folgenden Untersuchungen bestimmt, soll einleitend gesprochen werden. Feehner1), der Begründer der psychologischen Aesthetik, fordert vor aller normativen und metaphysischen Behandlung des Aesthetischen zunächst den Aufbau ״von unten“, die Klarstellung des psychischen Tatbestandes. Ohne die Analysis des Gegebenen sei die Lösung der Wesens- und Wertfrage des Aesthetischen unmöglich. Auch die Bearbeitung des Spezialproblems der jüdischen Aesthetik kann einer solchen Methode nicht entraten. Mag auch das Motiv der Problemstellung einer religiösen Gewissensfrage entstammen und daher religiös Verankertes als Ziel erstreben, ein Ueberblick über das Wesen des Phänomens, das erkannt, verglichen und bewertet werden soll, wird trotzdem unbedingt erforderlich sein. Daher wird im folgenden der psychologischen Betrachtungsweise ein verhältnismässig weiter Raum gewährt. 1) Feehner, ״Vorschule der Aesthetik". 1