Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 621 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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Makkabäer €21 ,weniger ein politisches Gebilde als ein Islam war, in dem in aller Verzerrung eine ungebrochene Religiosität herrschte, das einen Tolstoi gezeugt und seinen, Lehren, die so sehr das Gefüge des Staates zu untergraben drohten, eine Verbreitung ohne Hemmung gewährte. Die neue Herrschaft, in der Religion den grössten Feind ihrer Ideologie erblickend, bedeutet an sich die stärkste Gefährdung des Judentums. Doch bekanntlich hat der Bolschewismus, klug genug die. Aussichtslosigkeit eines Kulturkampfes mit dem Rückgrat seiner Macht, mit dem Muschik einzusehen, bald eingelenkt. Und die Zerstörer sind wie zur Zeit der Hasmonäer aus dem eigenen Lager des Judentums hervorgegangen. Und nun ein Schauspiel aus den alten Tagen. In Höhlen und Kellern müssen sich die Lehrer und Schüler verstecken, in die Wälder müssen sie sich flüchten, wollen sie ihre Thora in die neue Generation hinüberretten, in den Dörfern ihre Lehrstätten aufschlagen, weil sie in den Städten nicht vor der Denunziation ihrer Brüder im Blute sicher sind. Der Vater und die Mutter bringen ihre Kleinen unter den grössten Vorsichtsmassregeln in die Zirkel, die bald hier bald dort sich zusammenfinden. Aengstlich geduckt — nach den Berichten von Augenzeugen — sitzen die Kinderchen, voller Verständnis für die Lage, aber ihr Auge leuchtet, wenn sie die heiligen Worte verstehen lernen. Ein Leben und Lehren unter den stärksten Gefahren für die persönliche Sicherheit, ein sich Opfern Tag für Tag für die Heiligkeit Gottes. Wenn doch unsere Volksführer jener Helden ein wenig gedächten, wenn doch unsere Jugendbildner diese Idealgestalten den Kindern vorführten, damit ein Funke jener Gottesflamme überspränge in die Herzen derer, die an Zeit und Gut der Rettung unserer Lehre auch nur geringe Opfer zu bringen verschmähen, damit in den Kindern die lebendige Gegenwart ein Feuer entzünde, das die materiellen Regungen verzehre, die ein in falsche Bahnen getriebener Ehrgeiz immer mehr zu steigern droht! Man vergesse nicht, dass die Lust zur körperlichen Betätigung, nur allzusehr der natülichen menschlichen Neigung entgegenkommt. Man will das rechte Maas, aber es folgt mit ■. 7