Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 619 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Makkabäer 619 * ..: zu denken, die sich nicht genug tun können, alle ihre Bestrebungen in den Dienst des Körpers zu stellen auf Kosten des Geistes. Und ,wir Juden! Auch bei uns ist längst das Bewusstsein geschwunden: והידיים ידי עשו dass dieser ganze Götzendienst ja zum Handwerk Esaus gehört. An Kämpfern und Streitern haben wir wahrlich genug aufzuweisen in unserer Geschichte, nicht nur in der biblischen sondern auch in der zweitausendjährigen des Exils, ja selbst Kampfesspiele sind uns nicht fremd geblieben (vgl. die Quellen bei A. Berliner: Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter S. 26—29). Aber nie hat das Volk des Buches vergessen, dass es zum Wardein des Geistes bestellt ist, nie hat es eine Periode gegeben, in der ein grosser Teil sein ganzes Interesse auf die Betätigung der Körperkraft konzentriert hat, nie eine Zeit, wo die Jugend sich so voller Eifer bemühte um das, was vergänglich ist am Menschen. Wir reden nicht von jenen, die Nietzsches blonde Bestie auf jüdischem Boden verpflanzen wollen. Ihnen hat Achad Haam, (sicher ein unbestochener Zeuge, er, der so entzückt ist, dass auf jüdischem Boden ein hebräischer Vortrag über den Dung gehalten wird statt einer דרשה oder על פרשת דרכים ח״ג עט׳ ה׳:חדושי תורה) die rechte Antwort gegeben. Er hat den jüdischen Uebermanschen gezeichnet, den Geistesriesen, der durch Selbstüber- Windung zugleich* die Krone sittlicher Vollkommenheit erringt (שנוי הערכים עפ״ך ח״ב ע׳ ס״ו עד ע״ו). Aber jenes Muskeljüdentum, das schon vor Jahrzehnten in den verschiedenen Lagern hervortrat, hat, durch die allgemeine Bewegung fortgerissen — wir haben ja jederzeit und überall Assimilantentum, wenn jüdisches Wesen sich von seinem Ursprung entfernt — immer bedenklichere Formen angenommen. Wir sehen von der Verrohung und Entgeistigung ab, die es meistens für die ,Helden“ selbst im Gefolge hat — man betrachte doch nur die Gesichter der jüdischen Champions in den Bildnissen. Dass die Jugend sich immer mehr daran gewöhnt, ihre überschäumende Lebenslust und Lebenskraft in der Nachahmung dieser Vorbilder auszugeben, dass sie nicht nur ihre Zeit, die für die Ausbildung in jüdischen Werten wahrlich kurz bemessen ist, dafür opfert, sondern —