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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 524 (sequence 80)
Language
German
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624 Bücherbesprechungen und 459 werden sie ganz nebenbei erwähnt). Sympathisch berührt nns die Verteidigung des massorethischen Textes an vielen Stellen. Sieht man von der freilich das ganze Buch durchziehenden Voraussetzung der Quellenscheidüng in der Genesis ab — und man kann keinen neueren Kommentar auf wissenschaftlicher Grundlage eines nichtjüdischen Autors in die Hand nehmen ohne auf diese Voraussetzungen zu stossen — so bietet König auch jüdischen Lesern viel. Alle Fragen, die in der Genesis dem denkenden Leser aufstossen, werden mit Berücksichtigung der neuesten Anschauungen behandelt und zumeist in konservativ-religiösem Sinne gelöst. Die nüchtern anmutende Uebersetzung muss man in den Kauf nehmen. Sie ist nicht etwa einer amusischen Veranlagung entsprungen, sondern das Ergebnis einer prinzipiellen Stellungnahme Königs, der die poetische Form der Genauigkeit opfern zu müssen glaubt. Die Erklärungen bald zum Texte im Einzelnen, bald als Schlussbetrachtungen gegeben, bieten in all ihrer Kürze — K. hält die rechte Mitte zwischen der unerträglich breiten Darstellung der Alten wie Hengstenberg, Keil u. a. und der allzu abrupten der Neueren — gründliche Aufklärung. Wir hätten es hierbei gern gesehen, wenn K. der offenbar S. R Hirsch kennt dessen Kommentar mit seinen geistvollen Gesamtbetrachtungen zu den einzelnen Gestalten der Genesis mehr herangezogen. Ebenso hätte sich ihm aus einer intensiven Berücksichtigung des Midrasch (sporadisch wird er benutzt) vieles ergeben, was er in seine von der üblichen Pentateucherklärung oft abweichenden Betrachtungen hätte verwerten können. Doch im Ganzen: eine bewundernswerte Leistung des Greisenalters dieses hochverdienten Forschers. J. W. EsrielErich Hildesheimer: Rekonstruktion einesResponsums desE.Saadja Gaon zum jüdischen Gesellschaftsrecht, Verlag J. Kauffmann, Frankfurt/M. 1926, 54 Seiten. Diese Schrift ist in den Grundzügen den Lesern aus den Veröffentlichungen in diesen Blättern bekannt, aber im Sonderabdruck erweitert. Aus einzelnen, in mannigfachen Rezensionen überlieferten, zum Teil bereits edierten, zu einem anderen Teil handschriftlich erhaltenen Stücken rekonstruiert Vf. mit grossem Scharfsinn ein umfangreiches Rechtsgutachten des hervorragendsten der Gaonen, das ein wichtiges literarisches Dokument darstellt. Es betrifft einen das jüdische Gesellschaftsrecht berührenden Rechtsfall, der von R. Saadja mit der ihn eigenen Meisterschaft entschieden wird. Hildesheimer sucht unter Heranziehung und kritischer Behandlung des weitschichtigen Materials mit wissenschaftlicher Akribie den Wortlaut des ursprüngüchen Gutachtens wiederherzustellen, und man folgt seinen überzeugenden Untersuchungen und Beweisen mit grossem Interesse. Dass freilich hinsichtlich mancher Einzelheiten noch eine andere Auffassung möglich wäre, liegt im Wesen des komplizierten und schwierigen Themas und tut dem! Werte der Leistung keinen Abbruch. — Die Schrift, obwohl die Erstlingsarbeit eines noch jugendlichen Gelehrten, verrät eine gründliche methodische Schulung und ein gereiftes Urteil. Sie erweckt reiche Hoffnungen. S. Kaatz. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von H. ltzkowski, Berlin N24, Auguststr. 69

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