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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 505

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 505 (sequence 61)
Language
German
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Der Stern der Erlösung 505 lisch-chemischen, biologischen und soziologischen Gesetzlichkeiten, die den immerwährenden Grund der Dinge erhalten. Offenbarung ist nicht nur das in den heiligen Urkunden Niedergelegte, es ist die Offenbarung an jeden Menschen, an Adam, an die Menschheit, die in allen Menschenwesen stets fortwirkenäe Stimme Gottes, deren Ausdruck und Organ die menschliche Sprache, das Echo der Sprache Gottes ist. Die Bibel, die Prophetenworte sind nur ihre höchste, ihre klassische, ihre mächtigste Bekundung. Dieses Offenbarwerden Gottes ist neu in jedem Augenblicke, wo neu das Wort gesprochen wird, ist immer gegenwärtige Gegenwart, ständiges Heute, darum Ausfluss eines immer erneut in Gott sich ereignenden und her vorbrecb enden Wesenszuges: seiner Liebe. והסד ה, מעולם עד עולם על יראיו. סוד ה׳ ליראיו ובריתו להודיעם die Liebe Gottes ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, immer neu, seinen Offenbarungsbund kundzutun. So ist die Offenbarung die notwendige Ergänzung der Schöpfung. Erlösung endlich meint nicht nur das letzte Kommen des Moschiach, die endgültige Erfüllung messianischen Höffens, sondern jede Tat der Kultur, jede Leistung des Staates oder des Einzelnen an der Erschliessung der Erde für die Zwecke des Gottesreiches, vor allem jede Tat der Liehe zur Beglückung und Erhöhung von Menschen, zur Weihe des Lebens und Heiligung d&s Tuns, kurz alle Menschentat zur Verwirklichung des Erdenzieles fällt unter diese Kategorie der Erlösung. Ihre ewige, machtvolle Devise ist: liebe deinen Nächsten wie dich selbst, wo die Eigensucht des Menschen ihr Gefängnis sprengt, um in dem jeweilig Nächsten, um in jedem Wesen das Geschöpf und Ebenbild Gottes zu erkennen und zu ehren. Wie geht nun aus den immerwährenden Elementen, aus Gott, Welt und Mensch, der Vorwelt die Abfolge des Weltenprozesses hervor? Wie wird aus dem metaphysisch-mystischen Gott der Schöpfer und Offenbarer? Wie aus der metalogischen Welt, dem fertigen Kosmos, die ״Kreaturö und die Stätte des Gottesreiches? Wie aus dem metaethischen Menschen der Heilige, der sich Gott hingibt und jedem als Bruder hilft? Dieser innere ״Umkehrungsprosess“ ist der Angelpunkt im zweiten und Haupt-

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