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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 503

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 503 (sequence 59)
Language
German
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Der Stern der Erlösung 508 Als Minkowski die Relativitätstheorie Einsteins vor dem Naturforscherkongress in Köln 1908 mathematisch begründen sollte, sprach er die berühmten Worte: ״Von Stund an sollen Raum für sich und Zeit für sich völlig zu Schatten herabsinken, und nur noch eine Art Union der beiden soll Selbständigkeit besitzen״. Wohl hatten Zeit und Raum immer als souveräne Monarchen gegolten, diese als Königin der Physik, jener in der Geometrie. Aber wie alle Throne gerieten auch diese ins Wanken. Sie gehören in die Welt der Schatten, in die ״Vorweit״, nicht in die Wirklichkeit. Noch nie hatte jemand ein Raum ausser in einer bestimmten Zeit, niemals einen Zeitvorgang anders als im Raum beobachtet. Was man fein säuberlieb ins Gebiet der inneren und äusseren Anschauung zerlegt hatte, war in Wirklichkeit verzwillingt, untrennbar; die Beobachtungen, welche die Relativitätstheorie erzwangen, reihten die Zeit als vierte Dimension den drei Raumdimensionen an zur unauflöslichen Union. In ähnlicher Weise sollen nach Rosenzweig alle herkömmliehen philosophischen Einteilungen wie Logik, Ethik und Aesthetik, Grundbegriffe wie Methaphysik, Transzendenz und Immanenz, Monismus und Dualismus, Glauben und Wissen, ja die Theologie und Philosophie selbst zu blossen Schatten herabsinken, und nur noch eine Union derselben fortan Geltung und Wert besitzen. Mit dieser Union, dieser Vereinigung der Teile des Alls zu einem Weltbilde hat es aber eine ganz besondere Bewandtnis, sie ist in einem bisher dem Philosophen völlig ungebräuchlichen Sinne gemeint. Wir hatten den Elementen: Gott, Welt und Mensch dadurch erst zu der ihnen gebührenden Stellung verholfen, dass wir sie als tatsächlich ״anerkannt“, dass wir sie getrennt, isoliert, von einander unabhängig, in gegenseitiger Transzendenz betrachteten und ihre Wesensbestimmung vollzogen hatten. Dadurch hatte sich uns die echt heidnische Weltanschaung ergeben, wo die Götter in seliger Weltferne, ohne Beziehung zur Not der Erden weilend, die Süssigkeit ihrer unendlichen Physis und Macht auskosten, wo wie ein Kunstwerk fertig geründet die Welt

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