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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 358

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 358 (sequence 26)
Language
German
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358 Die Bibel als Quelle usw. David, der eigentlich zweite Zwillungssohn und nur durch sein Vordrängen bei der Geburt Erstgeborene und Begründer des Davidschen Königsgeschlechts geworden — ein Zwischenfall, dem Frazer symptomatische Bedeutung als Zeichen für die Ultimogenitur beilegt (der Jüngere erhält die Erbrechte des Aelteren) — so muss man mindestens sagen, dass zu einer solchen Belehrung über die Ultimogenitur im Hause David vom biblischen Verfasser der Ort schlecht gewählt ist: Hier in Genesis, und zwar durch eine solche Nebensächlichkeit soll schon eine hochpolitische Konstellation inbezug auf die Davidsthronfolge angekündigt sein — das erscheint uns zu spitzfindig, weit hergeholt. Auch ist der Vorfall des Sichvordrängens des Stammvaters bei der Geburt keineswegs ein so ehrenvolles Ereignis, um als ein Symbol für die zukünftige Stammesfolge eine3 der Nachkommen zu dienen. Ein Sichvordrängen ist ein schlechtes Zeichen für Legitimität. •7r * * Wir fassen zusammen: Die Annahme, dass zu irgendeiner biblischen Zeitperiode in Israel die Ultimogenitur in Kraft gewesen sei, ist abzuweisen; es ist kein einziges zwingendes Moment für, aber viele Momente dagegen aus der Bibel nachweisbar. Es verbietet sich die Deutung einzelner Nebenzüge in diesem Sinne (z. B. die Vorliebe Jakobs für Josef; der Vorfall bei der Geburt des Perez), da sonst viele Erzählungsfäden in der Bibel zerrissen und Hauptteile völlig willkürlichen Umbildungen ausgeliefert werden müssten. * * Eine ganz andere Frage bleibt noch, wie sich die Handlungsweise unsres Stammvaters Jakob gegenüber seinem Vater moralisch anders begreifen und rechtfertigen lässt. Doch ist dies Sache der Apologetik und Exegese, die sich schon reichlich mit dem Problem beschäftigt hat. (Am geschicktesten die Erklärung von S. R. Hirsch: Rebekka wollte Isaak von seiner Verblendung und irrtümlichen Vorliebe für Esau heilen.)

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