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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 356 (sequence 24)
Language
German
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356 Die Bibel als Quelle usw. vor Esau geboren sein, oder er hätte Jakob statt Esau zum Lieblingssohne Isaaks machen können, wie es bei Jakob und dem Lieblingssohne Josef geschieht, dann hätte er sich alle Vermittlungen gespart und seinen Zweck: Die Begründung und Beglaubigung der Vormachtstellung der Jakob-Israel-Abkömmlinge in der jüdischen Geschichte, mühelos erreicht, ohne das Urbild des Stammvaters Jakob zu trüben! Ist da nicht die Annahme plausibler: Die Jugendgeschichte Jakobs hat sich wirklich und wahrhaftig so abgewickelt, wie sie uns in der Genesis in der heutigen Gestalt vorliegt, und der Bericht darüber ist unverfälscht von uralter Patriarchenzeit uns überliefert? Wenn schon eine politische Tendenz beabsichtigt ist, dann sei sie wenigstens geschickt durch geführt! Wir müssen gestehen, wenn uns die Wahl freisteht, entweder an die Echtheit des biblischen Jacobsbildes in allen Teilen zu glauben, oder an mühsam retuschierende Interpolationskünste eines späteren Verfassers zu denken — dass wir entschieden das erstere vorziehen und die ganzen Vorgänge als wirklich so original geschehen und gesehen annehmen. Dies sind die allgemeinen prinzipiellen Einwände, die sich gegen die Frazer’sche Hypothese betreffs der Jacobsgeschichte als Ganzes erheben lassen. Aber auch gegen die E i n z e 1mo mente, die Frazer zur Stütze seiner Idee geltend macht, liesse sich manches einwenden. Zunächst findet Frazer einen Stützpunkt für seine These von der Ultimogenitur darin, dass Jacob sein ganzes Leben hindurch eine deutliche Vorliebe für den Jüngsten, d. i. für Josef bekunde, weil er selbst Jüngster und nach dem Prinzip der Ultimogenitur legitimer Erbe gewesen sei; desgleichen veranlasse er später durch seine Segenverteilung an Ephrajim, den Jüngsten der Josefssöhne, dass auch bei seinen Nachkommen die Ultimogenitur ihr Recht behalte. Dagegen lässt sich ein wenden: 1. Nicht Josef, sondern Benjamin ist der jüngste der zwölf Söhne; also muss Frazer (und mit ihm sein Gewährsmann Josef Jacobs) den Benjamin unterschlagen und Josef zum Jüngsten der 12 Söhne kreieren, was aber durchaus nicht zum Texte der Bibel, aber

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