Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 172

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 172 (sequence 64)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293045--08226-2301508
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

172 Eine messianische Bewegung usw. seinen Zuhörern vor, dass die Gemeinde die Hoffnung auf Erlösung völlig aufgegeben habe. Ein scharfer Tadel, der aber keine rhetorische Uebertreibung enthält, sondern völlig der Wahrheit entspricht. Zu Jes. 51, 13 ״und du hast vergessen Gott, deinen Schöpfer“, bemerkt der Agadist: Dieses bewahrheitete sich in den Verfolgungen zur Zeit Hamans. Israel war von Schrecken und Furcht ergriffen und gab jede Hoffnung auf Erlösung auf. RSbN. fügt hinzu: Israel war zu jener Zeit unwürdig, erlöst zu werden. Trotzdem wurden sie erlöst, weil sie nur das Beispiel ihres Ahnherrn Jakob befolgten. Gott versicherte ihm Beistand (Gen. 28, 15), trotzdem fürchtete er Esau gar sehr (ibid. 32,8). Soweit in der Pesikta rabbati (c. 33 151 B). Die Pesikta des R. Kahana (140 a) enthält eine etwas verschiedene Version. Sie wird tradiert von R. Berechja im Namen des R. Chelbo, von RSbN. im Namen seines Lehrers R. Jonathan b. Elieser. Diese Version vereinigt beide Sätze und liest: Der Prophet rügt Israel, weil sie an Gottes Hilfe verzweifelten und sagt zu ihnen: ״Habet ihr vergessen, was euch verheissen worden ist, so spricht der Herr, wenn man die Himmel messen kann und die Grundfeste der Erde erforschen wird, dann werde ich Israels Namen verwerfen, wegen all dessen was sie getan haben“ (Jer. 31,37). (Der Agadist nimmt ימדו im Sinne von ימטו. Eine Verwechslung von ד mit ט ist recht häufig). Die Homilie wird auch Gen. r. 76, 3 zitiert. Der Prediger ermahnt seine Zuhörer die Hoffnung auf die Erlösung nicht aufzugeben, in dem er die politischen und geistigen Zustände seiner Zeit in die Periode Hamans versetzt. Ein neuer Haman ist auferstanden. Das Volk leidet fürchterlich. Die Lage ist so düster, dass man an eine Erlösung und Hilfe verzweifelt. Der Agadist stärkt es mit Hoffnung, Vertrauen und Glaubenstreue. Gottes Hilfe ist nahe, selbst wenn das Volk unwürdig ist errettet zu werden. Jedenfalls ersehen wir aus dieser Homilie, dass viele die Hoffnung und den Gedanken der Erlösung aufgegeben haben. Es muss betont werden, dass die Lehre von der Erlösung und des Messias in den Predigten und Vorträgen dieses Lehrers, der aus Babylonien stammte, eiuen überaus breiten Raum einnahmen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.