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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 511

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 511 (sequence 85)
Language
German
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611 Büeherbesprechunjren Spengler: eine Auseinandersetzung mit Nolting und Spengler 1925 s ä m %- lieh Berlin Philoverlag. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat sich durch die Gründung des Philo-Verlages und durch die Herausgabe der in ihm erscheinenden Schriften verdient gemacht. Zuerst im Rahmen der Aufgabe, die ja seine eigenste Domäne ist, des Schutzes unserer bürgerlichen Rechte. Der Verbreitung des Gedankens, dass es eine Pflicht ist für das verletzte Hecht zu kämpfen — und wie oft werden unser Rechte auch von den berufenen Vertretern des Staates in der Verwaltung und in der Justiz: angetastet — soll die Wiederherausgabe der berühmten Schrift Iherings dienen. P. Hieger hat auf kleinem Raume von etwa 30 Seiten ein leicht lesbares und doch auf grosser Gelehrsamkeit beruhendes Schriftchen veröffentlicht, in dem 60 ziemlich alles beigebracht wird, was als Zeugnis dafür dienen kann9 dass die deutschen Juden seit den ältesten Zeiten in Deutschland sassen, dass sie vor den Kreuzzügen sich in allen Berufen betätigten, an der Kultur ihrer Umgebung receptiv und produktiv teilnahmen und mancherlei weltliche Würden ihnen anvertraut waren. Moritz Lazarus’ Schritt ״Was heisst national“ ist den Kundigen aus seiner Sammlung ״Treu und frei“ wohlbekannt. Sie ist eine der vornehmsten Abwehrschriften in der umfangreichen Literatur, uns heutigen freilich, die wir nach 1879. dem Zeitpunkt ihres EDstehens leben, zu zahm im Ausmass der sittlichen Eotrüstumg. Die Novellen Jakob Löwenbergs sind dichterisch, wie immer, wertvoll, tragen aber zu sehr in derBetonungdes Deutsch• tums den Stempel einer etwas aufdringlichen Tendenz. In dem im übrigen recht flott geschriebenen Werkchen von Jakob Marx hätten wir die Polemik gegen den Zionismus gern vermisst, die Auseinandersetzungen mit Naumann’a Verband nationaldeutscher Jaden hätten an Wucht gewonnen. Sonnenfeld’a ״Tagesprobleme“ können als ein Vortrag die mannigfachen Fragen der Abwehr nur streifen. H. Levy-Koreff hat sich in seiner gediegenen Abhandlung der Mühe unterzogen, im Einzelnen den Nachweis zu erbringen, dass der Marxismua gerade die höchste Steigerung der Philosophie des deutschen Idealismus, der Lehre Hegels ist, ein Resultat, das jedem Gebildeten bekannt sein sollte» Nur der Mangel philosophischer Bildung in den heutigen führenden Kreisen der deutschen Rechtsparteien hat das Schlagwort vom ״jüdischen“ Marxismua möglich gemacht. Immerhin hätte sich Vf. nicht mit der Abwehr des Schlag- Wortes allein begnügen, sondern zeigen sollen, dass gerade der ideale Hintergrund des Marxismus die ethischen Grundtriebe auf Forderungen des biblischen Judentums zurückgehen, die in Marx in gleicher Weise, wie bei Lassalle im Unterbewusstsein ihrer treibenden Kräfte entfalteten. Auf besonderer Höhe steht die Broschüre von Prof. Ludwig Stein Den Lesern dieser Zeitschrift ist der Aufsatz von Rabb Dr. Rosenthal bekönnt: Jüdische und abendländische Kultur: Spengler und Mückle (Jeschurun X» S. 445—454). L. Stein führt uns in die Ideengänge eines anderen bedeutsamen Gegners von Spengler ein, Prof. Nolting, der, obwohl er sich h&upt-

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