Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 486 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Kulturromane usw. 486 auf Palästina Vorbringen, das ist beinahe ebenso köstlich albern wie es unoriginell und unwahr ist; Abraham ist der erste, der Kanaan erobert und zugesprochen bekommen hat, 80 behaupten die Juden. Ja aber, ist denn nicht Abraham selber ein Landfremder, ein Eindringling aus Chaldäa gewesen, der sich so sehr als Fremdling im Lande fühlt, dass er die Frau für seinen Sohn aus seiner fernen Heimat holen lässt?! Abraham ein fremder Eroberer in Palästina — das ist ein so fein ausgeklügeltes Sophisma, dass es — beinahe nur von einem französischen Chauvinisten ausspintisiert sein könnte! Abraham, so geht die Argumentation der Araber weiter, nahm das Land den eingesessenen Königen mit Gewalt ab, nun, wir Araber haben auch später das Land mit Gewalt erobert, ergo gehört es jetzt uns! Dass aber die Araber aus dem Lande durch jahrhundertelange Untäiigktit einen Trümmerhaufen gemacht, dass für den Araber Jerusalem niemals Brennpunkt der Kultur und idealer Besitz geworden — dass dagegen die Juden, solange sie Besitzer des Landes gewesen, aus Erez-Israel ein Gottesland, eine Leuchte für die Welt gemacht haben, dass jede Handbreit Land, jede Scholle durch tausendjährige Sehnsucht, durch Anrechte der Geschichte, durch Ströme Blutes, durch unverjährbare seelische Rechte, durch unzählige Gottesversicherungen, durch eine mehr als tausendjährige Bluts- und Leidensgeschichte im Golus, die wir, wie um der Gotteslehre willen, so auch um Erez Israels willen auf uns genommen, uns geheiligt und nur uns unveräusserlich zugesprochen worden ist — das übersieht der Araber, und mit ihm der klügelnde und politisierende Franzose. Geschichte, Tradition, Gefühl, Geist, Seele sprechen für die Juden — doch der Politiker rechnet nicht mit solchen Imponderabilien. — Und was die Verf. den katholischen Christen an Argumenten in den Mund legen, gegen die ״ Judaisierung״ Palästinas, das ist im Grunde nicht weniger albern, wenn nicht noch gefährlich obendrein: Was können, 80 fragen die Katholiken, wir von diesem glaubenslosen Judaismus Gutes erwarten? ,Menschlichkeit, Gerechtigkeit, was sie so den reinen