Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 485 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Kulturromane usw. 485 zösisehen Literatur von Zangwill gefällte Urteil1) findet leider durch dieses Buch volle Bestätigung. Hier wird in literarischer Form ein Hauptschlag gegen das Aufbauwerk der jüdischen Kreise in Palästina zu führen gesucht. Natürlich geht es in erster Reihe gegen die Zionisten und ihre kolonisatorische Tätigkeit. Ueber diese Tätigkeit wird ja in der Tagesliteratur genug des Streitbaren für und wider vorgebracht, und es widerhallt im Blätterwalde von sich befehdenden Meinungen. Das Buch erscheint mir daher nur insofern der Kenntnis weiterer Kreise wichtig, als es uns den Standpunkt französischer Nationalisten zur Palästinafrage unfraglich kennen lehrt. — Charakteristisch für die Verfasser erscheint die (S. 113) aufgeworfene Frage: Wem sollte eigentlich Palästina zukommen nach dem Völkerrecht? Darauf erfolgt prompt die Antwort: ״Par la geographie et l’histoire ce pays fait partie de la Syrie que personne ne songeait encore (d. h. zur Zeit des ersten Auftretens von Th. Herzl.) ä disputer ä la France.״ Diesen Satz könnte man dem Buch als Leitmotiv voranstellen. Palästina ist Eigentum Frankreichs, darin gipfelt die Anschauung der Verfasser. Diese Einstellung erklärt alle ihre Parteilichkeit in der Beurteilung palästinensischer Bestrebungen und Aufbauprobleme. In der Tat, wenn man dies Buch aus der Hand legt, da kann man sich schwer der Verzagtheit, aber auch eines Gefühls der Verbitterung erwehren. Die Verf. lassen an einer Stelle (V. Kapitel: Les voix de Palestine), um ihre Unparteilichkeit zu erweisen, alle Parteien zu Worte kommen, die Araber, die katholische Christenheit, die jüdischen Orthodoxen (unter Cb. Sonnenfeld), und endlich die Zionisten. Aber was da die Araber an Argumenten für die Legitimität ihrer Ansprüche 1J Eine seltene Ausnahme bildet das Buch von Rene Gillouin: Q.uestions politiques et religieuses (Paris, Bernard Grasset), das mutig dem hetzerischen Buch von Georges Batault (Le probleme juif) entgegentritt. Batault stellte die These auf: Athen oder Jerusalem, und zeichnete die Juden als die Parasiten und Ausbeuter der "Welt. Auf beide Bücher wollen wir noch später gesondert zurückkommen.