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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 428

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 428 (sequence 94)
Language
German
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428 Die sieben ägyptischen Hungerjahre hebenden, mit allen Katastrophen und allen Seligkeiten durch die Jahrtausende der Weltgeschichte über unsere Gegenwart hinaus bis an das urewige Ende aller Dinge und Ereignisse5־). Ob Jaakob, ▼on dessen Augenlicht die Bibel berichtet: ועיני ישראל כבד! מזקן dieser Ausblick in die nahe und ferne Zukunft um deswillen vorenthalten blieb, weil die zeitlich unmittelbar anschliessende geschichtliche Phase ihm die Leidenszeit seines Stammes unter dem שעבוד מצרים gezeigt hätte, und ob dieses Gnadengeschenk an Mosis, von dessen Augenlicht die Bibel berichtet: לא כהתה עינו nur um deswillen zu Teil wurde, weil die zeitlich unmittelbar anschliessenden Ereignisse ihm den siegreichen Einzug seines Volkes in das den Ahnen zugeschworene Land weisen durften diese Parallele zu ziehen, mag den Homiletikern von Beruf überlassen bleiben. Aber abseits dieser Parallele drängt sich dem gläubig eingestellten jüdischen Wirtschaftler die Erkenntnis auf, dass in der von Moses von der Höhe des Neboberges herab erschauten Geschichte seines Volkes eben diese Geschichte noch zahlreiche andere Kapitel aufzuweisen hat, in der es einzelnen Sprossen dieses Stammes und Volkes — ganz ähnlich wie dem Ernährungsdiktator Josef ־— beschieden war, den Gastvölkern, in deren Mitte sie lebten, in schweren wirtschaftlichen und aussenpolitischen Nöten und Bedrängnissen kostbare Dienste zu leisten. Von dem Hebräer Josef in Aegypten zieht eine vielfach verschlungene Linie der Entwicklung über den Juden Abarbanel in Spanieo, den Juden D i s r a e 1 i in England, den jüdischen Schatzminister Luzatti in Italien zu dem Juden Walther Rathenau, dem Begründer der Rohstoffabteilung des preussischen Kriegsministeriums während des Weltkrieges. Die einzelnen Phasen der Weltgeschichte, die diese Namen wie Fanale beleuchten, in ihrem Zusammenhang mit Israels Leidensgang durch die Jahrtausende zu deuten, muss dem Historiker von Beruf Vorbehalten bleiben; für den W irtschaftler sind diese Einzelphasen der Geschichte alle auf den gleichen Schiller’schen Erfahrungssatz zu briDgen, dass die Weltgeschichte sich immer und immer wieder als das Weltgericht erweist. — b%) Diesen poetischen Gedanken yerleiht Ausdruck Raschi zu Deuter. Kap. 34, V. 2: עד הים האחרון אל תקרי הים האחרון אלא ודוס האחרון הראהו הקב/,ה כל המאורעות שעתידין ליארע לישראל עד שיחיו המתים. Verantwortlicher Redakteur Dr. j. Wohlgemuth, Berlin Druck von H. ltzkowski, Berlin N 24, Auguststr. 69

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