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Jeschurun · 1925-09-01 · Heft 9-10 (September 1925) · p. Seite 381

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 9-10 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 381 (sequence 47)
Language
German
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Jüdische Kulturromane usw. 381 Maurus Jokai sei uuten gebracht1). Wer, ausser dem verbohrten Rassenschützler, hätte die Verlogenheit, ihren inbrünstigen Patriotismus, ihre Anhänglichkeit an Land und Sprache, so einzigartig wie die der Juden in Spanien im Mittelalter, wie sie glühender und aufrichtiger im heutigen Europa ihresgleichen nicht findet, zu verdächtigen? Und sicherlich würden die ungarischen Juden geeinter, geschlossener, makelloser aus der Feueresse des Krieges hervorgegangen sein, hätte sie nicht ihre unbegrenzte Assimilationssucht und die skrupellose Annahme der Untugenden ihres Wirtsvolks entartet und aus ihrer Bahn geworfen. Ist es da berechtigt, für die Entartung und Terrorpolitik einzelner Kommunisten — Desperados, die in falschverstandenem Doktrinarismus russisch-asiatische Methoden auf ihre ungarische Heimat übertrugen — ist es da berechtigt, die Gesamtjudenheit Ungarns deshalb als Sch ä d 1 i n g e, als planmässige Verderber, als landfremde Eindringlinge hinzustellen und sie des Undanks und Ausbeutertums zu bezichtigen, sie als Urquelle alles Unglücks, das Ungarn betroffen, zu brandmarken? Ist es angängig, alle ungarischen Juden als Verrät er an der ungarischen Not, als Vaterlandslose, Entwurzelte, Gesinnungsfeile auszuschreien? Sind sie nicht ebenso heimatberechtigt, mindestens ebenso alteingesessen wie die andern vielsprachigen Stämme des ehemaligen Ungarn, wie die Siebenbürger oder die Slaven der verschiedenen Landstriche?2) — Zugestanden muss werden, dass Bereicherungssucht und Profitgier mancher jüdischen Klassen in und nach dem ״ (גIn einer seiner schönsten Novellen bekennt er — der Spross einer altungarischen Kleinadeisfamilie — sich als überzeugter Kenner und Schützer der wertvollen Eigenschaften des patriotischen Judentums, des3en Mitwirkung an der völkischen Kulturarbeit er Zeit seines Lebens als ein Gebet der richtig verstandenen Nationalpolitik befolgt sehen wollte.“ (Aus einem Festartikel der ״Frankfurter Zeitung“, vom 25. Febr. 1925 zum hundertsten Geburtstag von Maurus Jokai). 2) Nach einer Hypothese sollen ungarische Juden schon zu Arpäds Zeiten eingewandert sein. Welche Stellung weisen übrigens die Verf. den Juden Oberungars zu, die meist von böhmischmährischer Abkunft sind?

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