Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 375 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Kulturromane usw. 375 sich ihr literarischer Geschmack, ihre Sinnesart, die früher französisch orientiert gewesen, von Grund auf geändert. Nicht mehr das Gesunde, Natürliche, abwechselnd Himmelanjauchzende und unnennbar Schwermütige des ungarischen Volks- Charakters sei mehr Grundnote der Dichtung geblieben, sondern das Symbolisierende, Fiebernde, Morbide, das überspitzt Intellektuaiistische des jüdischen Geistes (als gäbe es keinen Symbolismus in der französischen Poesie!) sei der Modeton in Literatur, Feuilleton usw. geworden und habe schliesslich dahin geführt: ״ä faire de Budapest un vaste entrepöt des interets et des idees semitiques, oü la vraie pensee nationale etait d&Sguree“ usw. (p. 110). Sammelbecken und Plattform für alle diese orientalisierenden Literaten und Romanschreiber sei die bekannte Zeitschrift: A Nyugat (Der Westen), Herausgeber Ludwig Hatvany (natürlich Jude) gewesen. Diesen internationalistischen, pazifistischen Phantasten sei die Stunde vom Ausbruch der russischen Revolution unter Kerenski 1917 wie ein Himmelszeichen erschienen, auf das sie schon Jahrhunderte gewartet hatten; sie witterten endlich Morgenluft. Dieser Strom von Luftexistenzen, die nichts zu verlieren hatten, dieser Strom, der sich von Petrograd über Bialystock, Wilna, Lemberg bis nach Budapest ununterbrochen ergoss, wartete schon auf eine Gelegenheit, wo die Fluten sozialer Destruktion alle Länder, ganz Europa verschlingen würde. (Man hört hier förmlich das Geiergekreisch der ״Weisen von Zion״ von der ״jüdischen Weltherrschaft“ tönen.) Ihre teuflischen Urinstinkte regten sich, ihre von Natur depravierten Charakteranlagen lechzten nach Betätigung — und bald sollten sie ein Betätigungsfeld und Helfershelfer in dem unglücklichen Ungarn finden: Der steinreiche, brennend ehrgeizige Graf K ä r 0 1 y i, eine traurige Berühmtheit der Nachkriegs- und Revolutionstage Ungarns, warf sich zum Gönner und Mäzen dieser Glücksritter auf, lieh ihnen Gelder und Einfluss, um durch sie an die Spitze der Umsturzbewegung zu kommen, und ward Sprachrohr der Revolutionäre gegenüber dem Auslande. Ein Abbe Hock, katholischer Pfarrer und gefeierter Redner