Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 363 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neuesten Kämpfe usw. 863 Diese Untersuchung hat folgendes Ergebnis gehabt: a) Der samaritanisch-hebräische Pentateuch zeigt erstens eine bis mindestens 95 Prozent reichende Uebereinstimmung mit dem jüdisch-hebräischen Pentateuch, wie denn z. B. die Gottesnamen von Gen. 1,1—Ex. 6, 2 etwa 4G0 mal in beiden Textgestalten zusammenstimmen und nur zehnmal voneinander abweichen. In den noch übrigen 132 Kapiteln des Pentateuchs hat mir eine Vergleichung beider Texte nur fünfmal einen Wechsel von Gottesbezeichnungen gezeigt1), b) Zweitens die neben diesen Uebereinstimmungen des Samar. mit dem MT. sich im Samar. auch findenden Besonderheiten betreffen schon zunächst die Orthographie. Denn der Samar. setzt die bekannten Vokalbuchstaben ו und י so häufig, dass er in Deut. 3, 14 sogar das Schebä mobile hinter dem Gimel von Geschuri durch ein Jod anzeigte. Er setzt weit mehr Vokalbuchstaben, als sogar die spätesten Bücher des MT (z. B. die Chronika). Schon in dieser Beziehung also hat der Samaritanische Pentateuch die textgeschichtliche Stufe des MT überschritten. Ebenso bilden aber auch die andern Erscheinungen, durch die der Samar. vom MT abweicht, Bestandteile der späteren sprachlichen und religionsgeschichtlichen Entwicklung, wie z. B. schon die Beseitigung des archaistischen Gebrauchs von nctrnr für ״junger Mann und junges Mädchen“, das an allen Stellen (Gen. 24, 14 usw.) im Samaritaner ebenso, wie in den späteren Randlesarten des MT durch nd'ara ersetzt ist. c) Die im Samar. und MT zusammen stimmenden Momente sind nun die früheren Bestandteile des Textes, weil der Samar. in denjenigen Momenten, die er für sich allein hat, unbestreitbar auf einer späteren Stufe der Textgestaltung steht. Erst in den letzteren Bestandteilen hat er sich vom MT getrennt. Die gemeinsame Grundlage von MT und Samar. kann aber natürlicherweise nicht von dem Zeitpunkt weggerückt werden, wo der Pentateuch von der samaritanischen Gemeinde übernommen wurde, und das fand 432 v. Chr. statt, wie auch 1) Alle Stellen dieser und anderer Wahrnehmungen sind in meinem Genesiskommentar (1925), 18 verzeichnet.