Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12. Jahrgang 5685 אב — אלול Juli — August 192S Heft 7/8 Vom Mirjambrunnen. Gedanken über jüdische Lyrik einst und jetzt. Von Ben Porath. Grenzenlos ist das Reich der Dichtung, eine selige Geheimweit und unerklärlich, unsagbar die Liebe zu den unverantwortliehen Königen des Gedankenreichs. Und wer aus Unwillen die Gefolgschaft verwehrt, kann über sein ״Fühlen“ nicht klare Rechnung ablegen, nicht vor sich, nicht vor anderen. Die Wege für Aus und Ein gehen ja durch Herz und nicht durch Geist. Als Jakob von der Welt Abschied nahm, da liess er seine zwölf Kinder rufen und sagte zu ihnen: Höret, der G’tt Israels, der im Himmel ist, er ist Euer Vater. Vielleicht ist in Eurem Herzen Streit und Zweifel über G’tt? Da sagten sie ihm: ״Höre Israel“, unser Vater! So wie in Deinem Herzen kein Streit ist über G’tt, so ist auch in unserem Herzen ״der Ewige, unser G’tt, der Ewige einzig“. Da öffnete auch er seihe Lippen und sagte: ״ Gelobt ist der Name der Herrlichkeit seiner Herrschaft für immer und ewig.“ Und dies ist es, so sagt R. Berachja, was Israel morgens und abends ausruft, Tag für Tag: ״Höre Israel unser Vater von der Höhle Machpela, jenes Wort, das du als Testament uns hinterlassen, noch immer ist es lebendig in uns, ״der Ewige, unser G’tt, der Ewige ist einzig“. Ein Testament für das Herz unseres Volkes. Und weil es voll sein soll von Gottesglauben und Verantwortung ihm 1