Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 241 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben ägyptischen Hungerjahre 241 hin noch auf die Massnahmen der ägyptischen Regierung zu sprechen kommen, die zur Sicherung ihres Fremdenverkehrs darauf abzielteü, diesem räuberischen Unwesen ein Ende zu setzen. Vorerst mussten sich freilich die friedlich ihres Wegs ziehenden Aufkäufer gegenseitig dahin verständigen, ihre Hin- und Rückreisen nach und von Aegypten nur in geschlossenen Karawanen unter Ausnutzung des Tageslichts mit mehrmaligem Uebernachten in der מלון *= Herberge langsam zurückzulegen18). Im inneren Wirtschaftsleben des von einer elementaren Hungersnot in seiner Existenz bedrohten Aegypterlands hatten sich indessen dank der weisen und straffen Organisationsmassnahmen der Regierung friedliche und beruhigte Verhältnisse herausgebildet. Alt und Jung, Arm und Reich waren sich — es war um die Mitte des 2. Hungersnotjahres — darüber einig, dass die Regierung auf ib^em Posten war und dass sich alle bisherigen Ereignisse und Erscheinungen bis aufs I.-Tipferl nach der Deutung Josefs abgespielt hatten. Die ״Jahre der Sättigung״ hatten nie dagewesene Ueberschussernten gebracht, die ihr weiser Ernährungsminister Josef für die Allgemeinheit thesauriert und aufgespeichert hatte. Sofort nach Ablauf dieser Ueberschussperiode hatte zwar der angekündigte Misswachs eingesetzt — aber der Anblick der von Zeit zu Zeit dem Publikum zur Gratisbesichtigung geöffneten, im ganzen Reiche dezentralisierten, mit Korn und Konserven aller Art vollgepropften Regierungsspeicher hatte das Gros der Bevölkerung darüber beruhigt, dass auch diese Leidenszeit an der ägyptischen Wirtschaft und an den Einzelpersonen ohne allzu schwere Erschütterungen vorüberziehen werde. Wohl gab es einzelne unzufriedene Stimmen ויצעק העם אל פרעה, man schrie automatisch zu Pharao, teils um seinem Aerger und seiner Verdrossenheit über die angeordnete Zwangswirtschaft Luft zu machen, teils weil das ewige Einerlei der täglichen Speisekarte, bestehend aus den aas dem Nil gefangenen Fischen mitsamt den ohne Pflügen und ohne Säen in den Flussnieäerangea von selbst gewachsenen Zwiebeln, Kürbissen und Knoblauch bei verkleinerten Brotrationen die damalige ägyptische 18) Diesen Gedanken unterstellt Siporno den Worten: בתוך הבאים, indem er baitögt: שחיו הורבים שם חבורות יהד דהמדט מן השוללים שרבו אז מםני הרעב.