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Jeschurun · 1925-03-01 · Heft 3-4 (März 1925) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 3-4 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 111 (sequence 21)
Language
German
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Von den. Idealen u8w. 111 Jugend, die zu den Meistern, diesen Grossen des Geistes, diesen Grossen der Moral, des Mussar — ich habe keine grösseren je gesehen — mit unwillkürlicher Scheu, mit bewundernder Verehrung emporblickt; da ist Lehrziel: der Gaon, das Genie, die schöpferische Erfassung der Tora, ln dieser Ziel- Setzung ist aller Intellektualismus überwunden. Ein Gemeinschafts• leben voll sittlicher Ganzheit umfasst alle, neidlos streben die Mit genossen mit dem Ilöherbegabten. Hierher dringt das Leben nicht mit seiner Qual, aber ein poesiereiches Innenleben erhöht jedem die Dürftigkeit der Stunde. Nirgends wird soviel ge- Bungen, 80 fröhlich getanzt wie hier. So fern ist das Leben, dass die Jeschiwah leicht zum völligen Versagen gegenüber den Wirklichkeiten des Daseins führt, dem sie keine Konzession zu machen bereit ist. Man lernt nur, um zu lernen. Nicht einmal die Lebensnotwendigkeiten religiöser Berufe können sich im Lehrplane durchsetzen. Selbst das würde die rein ideale Lebenslust, das Atmen in der Gottesfurcht beengen. Ob wir diese Einstellung ja wieder erlangen? Ich weisa es nicht. Aber die Hand anzulegen, neu die Dinge zu gestalten, öa3 Problem der Erziehung des jüdischen Kindes in der Linie unsrer Entwicklung neu zu meistern, das werden wir nie aufgeben dürfeD. Und wenn der sentimentalische Dichter in der hangenden und bangenden Sehnsucht nach der Schönheit naiver Welten seinen Trost an der ewigen Jugend von Mutter Natur findet, die ewig keusch die ewig gleichen Bahnen wandelt, und zu der Sonne Homers, die jeder neuen Generation wieder leuchtet, freudig emporblickt, so besitzen auch wir, wenn wir jüdische Fragen komplexe sorgenvoll betrachten und in dem Spiegel der Vergangenheit uns ohnmächtig und klein Vorkommen, einen ewigen Bora der Jugend und Verjüngung, aus der immer wieder eine Renaissance unsres geistigen und seelischen Seins hervorquillt: die Tora Mosche Rabbenus, siehe sie leuchtet auch uns!

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