Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 92 (sequence 92)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2292929-2293034-2293036--07466-2300748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

fehlen, dass B. wirkUeh aus den fc oft krausen und eigenartigen Erzählungen di© Idee und das Ziel heraasgeschak hat. Im ganzen* ein wertvolles Mussarbach. Weniger zufrieden sind wir mit der zweiten Veröffentlichung. Nicht etwa als ob der Vf. sich nicht redlich bemüht, seiner Aufgabe nachzukommen. E8 sind prinzipielle Bedenken, die einmal ausgesprochen werden müssen, wenn es uns auch wehtut, dass es diesen Vf. triff.׳, der mit Fieiss und Erfolg dies Gebiet bebaut. ״Zu den volks*.ümHchs’en Gestalten der jüdischen Geistesgrschicbte, an denen die Seele de3 kabbaiistisch-chasshiisehen Os'judentQms mit Sehnsucht und brausendem Begehren hängt un i an denen sich die Wunderlegende immer wieder mit erhöhter Kraft erneuert, gehört in erster Reihe Rabbi Jizchak Larja ha-Levi Aschkenasi, der Erneuerer und Ansbauer der sogenannten ״deutschen“ praktischen Kabbala, dessen Name im Volke durch die Be- Zeichnung ארי (der Löwe) oder הארי־׳י ך:קדרב hervorragt UBd der noch heute dem strenggläubigen und traditloustreuen Judentum ia allen Ländern der Diaspora wie eia Lichtstrahl in dunkler Nacht leuchtet. Eine heilige Scheu erfasst uns, wenn wir vom Leben des ARJ erzählen wollen. Von ungeahnter Höhe wahrhaft jüdischer Siiti.'cLkeiisforderung 1iLd stärkstem Verantwortlichkeitsgerühl sind die Gedaukenglsge seiner Weltanschauung, märchenhaft baut and tiefsinnig die Geschielt;!! seines Lebens und schön und herzlich, so fremd sie uns zunächst anmuten mögen, die Legenden, die mit seinem Namen verknüpft sind, um so mehr, wenn wir sa^en, dass aller Dichtung besserer Sinn ihre höhere Wahrheit ist“. Damit leitet der Vf. sein Werteten ein• Der Titel ist den.gemäss ungenau. Es handelt sich in dem Buch um eine Lebecsgescliichte des Ari und um einen Auszug aus den 2בדזי האר״י\ Man kann 2 um האר״י in einem verschiedenen Verhältnis stehen je nach der Weltuad Lebeusansehauung, als einer, dein aie Kabbala eine lebendige Macht für sein religiö'es En.pffden ist oder als einer, für den sie im Hinteig! und hinter einem magischen Schieler verbergen, wirkt, von Zeit zu Z-it durch die Bedeutung des Namens tir.es gewalugen Vertreters dieser Geheimwisecnschait einen gewissen Schauer der Ehrfurcht audö^t. ohne dass aber die gesamte religiöse Anschauung. das Gesamtempfiaden in entscheidender Weise beeinflusst wird. Beide Gr־ji.pcn werden — dass muss einmal mit Entschiedenheit gesagt werden, nach dem eine Flut derartiger Vtröffentlich!! r* gen uns überschäüet und zwar nur weil es sich wieder einmal jadelt wie es sich efcrisielt — von diesen ״Sagen* wenig erbaut sein. Die einen, weil aut Veranlassung ״des arischen Schribste.lers, der gerade eine!Serie von Monographien der de-r.rchen Mystiken Leraasgibt“ dasjenige, was ihnen als das ileiligue giir, der OeficnilicLkeit unterbreitet wird, um den Feinschmeckern ue* Aesihendsmus, die sich jetit einmal mystisch geben, ein paar Leckerbissen vorzusetze*:. Der ariscle Herr drückte zwar die lieberzeugaug aus, dass, ״wenn die in den jüdischen Legeadenbückerii schlummernden Sagen einer weiten OeüVn'.iichkeit zugeiühit sein werden, die Kabbala auf dem besten Wege ist, eine gan?. neue Literatur zu entfesseln“. Die Perspektive ist unserer Meinung nach keine =־:<־־ beglückende. Aber auch der anderen Gruppe, von der wir sprachen, sieht schon um de3 Einflusses, den er aaf gewaltige jüdische Massen gehabt hat, der?!האר״< הקד viel za hoch als da$3 sie ihn als Wuiiderruaan preLgegeben sähe. Mögen e.adere diesen Standpunkt als philiströs bctrachltn. Es g:bt doch noch andere Leser als jene erwähnten Feinschmecker. Geschichten, wie die von den Ochsen, die si« h mehrfach in Menschen verwandeln, um daun wieder za Ochsen werden, können doch nur Spott erregen oder, wenn sie ern^t genommmen werden, zu gefährlichen Verirrangen des jüdisch-religiösen Dcske&s und Empfindens führen. — Daakoar sind wir iür die schöne biographische Darstellung. J. V־׳r<״.r:1 wc.r‘J־ci.t־?•-!iükn־uT■ l׳r j. XX'onlycniuth, ly.uJt von i i Bcf:;n i*}

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.