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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 556

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Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 556 (sequence 98)
Language
German
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656 Bücherbesprechungen Jüdische Gedanke» und Gedanken über Judentum. Ausgewählt and zasammengestellt von Dr. Joseph Hermann Hertz, Oherrabbiner des Britischen Reiches. — Autorisierte Usbersetzung aus dem Englischen von Roealie Perles. — Mit Geleitwort von Felix Perles- Verlag Gustav Engel, Leipzig 1924. Es ist eine Anthologie von einer Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit, wie wir sie innerhalb der jüdischen Literatur nicht besitzen. Unter fünf Grnppen: ״Ich bin ein Jude“, ״Das Volk des Buches*, ״Das Zeugnis der Nationen“, »Die Stimme des Gebetes“, ״Die Stimme der Weisheit“ wird alles was jüdische Weisheit und jüdische Frömmigkeit an Gedanken und Gefühlen in der Literator des Judentums ciedergelegt hat und was hervorragende Geister der nichtjüdischen Welt über das Judentum und das jüdische Volk geäussert haben, zusammengetragea. Die Bedeutung des Buches kann, wie Felix Perles bemerkt, nur ganz gewürdigt werden aus den Wirkongen, die es ausgelöst, die zweifellos aus der hoben Stellung resultieren, die der Vf. als Oberrabbiner des gesamten britischen Reiches einnimmt, und aus der bedeutsamen Tätigkeit, die er in diesem Amte entfaltet hat. Diese Wirkungen sind aber nicht minder begründet in der klugen Auswahl der Zitate, die ohne flach za sein, doch überall auch dem einfachen Manne verstündlich sind. Es wird natürlich bei jeder Anthologie dem Einen manches überflüssig erscheinen, dem Anderen manches fehlen. Es sind ebenso manche unbedeutende Namen vertreten, während wir viele bedeutende vermissen. Man kann auch darüber im Zweifel sein, ob man einen Voltaire, der durch seine giftstrotzenden Angriffe gegen das Judentum den Antisemiten die schlimmsten Waffen geliefert hat, mit seinen Protest gegen das Autödafö in Lissabon zu Worte kommen lassen darf. Auch macht die sehr bunte Reihe, mit der die Worte der Heiligen Schrift, des Gebetbuchs und des Talmuds unmittelbar mit den neuesten Autoren oft sehr wenig religiösen Charakters wechseln, auf den, der gewohnt ist, sich immer de3 ungeheuren Ab3tands zwischen dem »Heiligen“ und dem ״Ungeweibten“ bewusst za sein, manchmal einen seltsamen Eindruck. Im Ganzen: ein treffliches, nicht genug zu empfehlendes Bach. J. W. Ansprachen Gehalten anlässlich des siebzigsten Geburtstages S. E. Herrn Rabb. Dr. Ehrentrea, München, 7. März 1924 in der Synagoge der Religionsgesellschaft Öhel Jakob. Ein langes Leben, dem Thorastudium und dem Gemeindedienst geweiht, rollt hier an uns vorüber. Die Bedeutung dieses grossen Taimudisteu ist dem Leserkreise dieser Zeitschrift nicht unbekannt. Wohltuend berührt die Wahrnehmung, ein wie herzliches Band der Dankbarkeit und Freundschaft den geistigen Führer mit den ihm anvertrauten Seelen verknüpft. Diese Ansprachen sind ein ehrendes Zeugnis nicht nur für den Raw sondern auch für die Gemeindeverwaltung, die durch den beredten Mund ihres Vorsitzenden, des Kommerzienrats Siegmnnd Frankel dem vorbildlichen Zusammenwirken ein dauerndes Denkmal gesetzt. — g. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von H. itzkowski, Berlin N 24, Auguststr. 69

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