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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 537

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 537 (sequence 63)
Language
German
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lieber die sittliche Welt 087 tiven Bewusstsein, das so durch die Selbsterkenntnis schon in das philosophische und metaphysisch-religiöse Bewusstsein sich erhebt. Zugleich zeige ich diese Welt der Sittlichkeit ia ihrer Beziehung zur metaphysischen Situation und ordne das Wesen des sittlichen Lebens der umfassenden Fragestellung und h offen tlieh auch Synthese ein, die in dieser prinzipiellen Untersuchung gegeben wird. •* * * Mit der Evidenz und der Gewissheit des Gemüts ist das sittliche Leben gegeben. Welch’ grundlegender Irrtum, dort beweisen zu wollen, wo'8 eigentlich nur Selbstgewissheit gibt. Die Sittlichkeit ist so evident wie die Euklidische Geometrie. Und glaubt man ein wenden zu können, dass doch allerhand Zweifel und Zwietracht herrsche über Sittlichkeit und Unsitt־ lichkeit, so kann man doch wohl erwidern, dass schon mancher die einfachste Euklidische Deduktion nicht verstehen konnte. — Immerhin ist es wichtig, in weitesten Zusammenhängen das sittliche Leben zu beleuchten und zu zeugen, was das Sittliche ist. Wir haben schon gesehen, wie in der Selbsterkenntnis die Beurteitung des affektiven Bewusstseins sich vollzieht. Einordnung geschieht der individuellen Person in das allmenschliche Gesetz, und das allmenschliche Gesetz wird zum Weltgesetz und zur Weltnorm. Gerade aus der Wurzellosigkeit des Einzellebens haben wir uns erhoben zur Verwurzelung. Und die Ichsucht jeder Kreatur wird überwunden in der Liebe. In der Liebe ist das sittliche Leben konstituiert. Und nicht als Trieb und Drang, so sehr gerade die Liebe in der Sittlichkeit zu Trieb und Drang werden muss. In der Liebe zum Bruder-Menschen, in der Liebe zur gleichen Schicksalsbeladenen Kreatur vollzieht sieb die Sittlichkeit. Als an Gliedern eines Kosmos muss sich die Liebe vollenden. W’ohawtoh lereachoh komauchoh. Und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Indem der Nächste als ein anderes Ich von uns erkannt und erfasst

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