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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 494

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 494 (sequence 20)
Language
German
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Fechner’s Seelenlehre usw. 494 Menschen gegründet. Wir können kurz sagen: die Erde ist uns 60 ähnlich, dass sie eine einheitliche, selbständige Seele haben muss wie wir selbst, und sie ist uns zugleich so unähnlich, dass sie eine Seele von höherer Selbständigkeit und höherer Individualität haben muss als wir. Aber wir brauchen uns ja garnicht mit diesen äusseren Zeichen bemühen, die nur dann angebracht sind, wenn uns die Erde rein äusserlich gegenüberstände. Wir gehören ja selbst zu den Teilen der Erde, wir vermögen ja etwas von ihrer Seele unmittelbar wahrzunehmen, das, was uns selbst angehört, wir haben ja Teil an ihrem Bewusstsein. Wir haben uns nun das nicht so zu denken, als ob die Erde, weil sie verständige Menschen trägt, selbst verständig ist. Eine Versammlung von gescheiten Menschen ist oft durchaus nicht gescheit. Aber die Menschen sind ja auf der Erde nicht 80 äusserlich zusammengewürfelt. Wollen wir die Erde mit einer solchen Vereinigung vergleichen, so müssen wir sie mit einer vergleichen, die ihre Einzelwesen und sich selbst organisch entwickelt hat. Ein solcher Verein ist der Verband unserer Augen und Ohren, der Nerven, Blutgefässe, kurz unser Leib. Unser Auge und Ohr bilden zwei völlig von einander getrennte Reiche. Die Farbe weise nichts von Ton, der Ton nichts von der Farbe. Aber der Mensch als der höhere Geist weiss von beiden zugleich. Es gibt wohl kaum zwei Menschen, deren Individualität im geistigen Gebiet so von einander getrennt sind wie die Gebiete der Farben und Töne. Und darum können Menschen noch so individuell von einander geschieden sein, deshalb kann es doch einen höheren Geist geben, der um sie alle zugleich weiss und sie in' Beziehungen fühlt und denkt, die über alle hinausgreifend nur ihm selber angeboren. Man hat immer von einem Geist der Menschheit gesprochen, freilich nur dem Namen nach. Immerhin beweist dieser Name, dass die Menschen immer gefühlt haben, es müsse über die scheinbare Zersplitterung etwas geben, das durch die Bande des Staates, der Religion, der Wissenschaft usf. durch

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