Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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*יי urun!!.Jahrgang 5684 חשון — תשרי Heft 11/12 November—Dezember 1924 Fechner’s Seelenlehre und das jüdisch-religiöse Weltbild. Unsere Zeit hat dem Rationalismus, der die Periode von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Weltkrieges in Form einer von materialistischen Gedankengängen geleiteten Naturwissenschaft und Naturphilosophie beherrschte, eine entschiedene Absage erteilt. Die Neigung, das Irrationale mehr zu seinem Rechte kommen zu lassen, macht sich vor allem in den Weltanschauungsfragen immer mehr geltend. Ja, wie in allen Zeiten der Uebergangsperioden mit ihren Gährungen und Wirrnissen, die auch die Epoche des Weltkrieges eingeleitet hat, pocht die Mystik in allen Formen mit ihrem unverjährten Recht an das Menschenherz. Vielleicht mehr als unserer Religion zuträglich ist, die in ihrem Wesen doch immer eine Religion der Vernunft bleiben wird und bleiben soll, sehen wir diese Ansprüche im Wachsen. Da ist es wohl angebracht, auch unsererseits einen Weg zu suchen, auf dem uns das Weltbild gefühlsmässig näher rückt und uns aus jener kalten, me׳ chanischen Betrachtungsweise zur warmblütigen Erfassung all dessen führt, was unter uns und um uns und über uns lebt und webt, was auf Erden und im Himmel sich regt und seine Kreise zieht. Für den, der sich in einer Sphäre verschwommener mystischer Gedankenwelt nicht behagt, der dem kalten Rationalismus entfliehen, aber bei den letzten Fragen über Gott und Welt, über die Menschenseele und die himmlischen Geister, die Willensfreiheit und das Jenseits in den Grenzen des Vor-