Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 314

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 314 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2292929-2293027-2293031--07061-2300343
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

814 In den Spuren der Jir’a Bande, mit denen das Herz des Menschen umschnürt ist. Ihnen könnte ja der Mensch nicht beikommen, stände G’tt ihm nicht zur Seite . . . ״Und deswegen ist es üblich, sich am ערב ראש השנה zu scheren und zu waschen und am ר״ה es an guten Speisen nicht fehlen zu lassen. Hiermit mag man denen die rechte Antwort geben, die am ר״ה fasten.“ So schreibt der Tur. Hiermit denen die rechte Antwort, die sich grämen und schmerzerfüllt sind an dem grossen Tage der eigentlichen Jir’a. Mag der Mensch am ערב ראש השנה fasten, möge ihm sein Fasttag zur Vorbereitung für den Empfang der Jir’a werden (so wie man am יום הבפורים fastet, an dem Tage der Vorbereitung zu neuem Leben, am Tage der Rückkehr und des Erbarmens, über den die Furcht vor dem Gerichte keine Herrschaft hat) — doch anders sei’s am Jir’a-Tage selbst, am eigentlichen Tage des Gerichts. Je aufrechter der Mensch am ר״ה dasteht, um so besser ist es für ihn! (:ר״ה כ״ו) Dies der Tag, der seinen Herrn ihm gegenüberstellt. Ein Tag des Gedenkens ist er. Und Jir’a ist nichts anderes als Gedenken, (vgl. Abschnitt III.) Aber der מהרש״ל schreibt: ״Manche fragen, wenn dem so ist, sollte man bestickte und pupurfarbene Gewänder anziehen? Doch mir scheint, dass dann nicht klar erhellt, ob der Mensch auf G’tt vertraut, denn vielleicht fürchtet er sich garnicht vor dem Tage des Gerichtes . . . und empfindet nichts . . . aber wenn er weisse Gewänder anlegt, so denkt er an den Tag des Todes. Man kann auch sagen, dass diese Kleidung ein Symbol der Verzeihung ist gemäss dem Worte: Werden eure Sünden sein wie Purpur, sollen weiss sie werden gleich dem Schnee.“ Also dies ist das Gleichgewicht, dies die wundersame Uebereinstimmung. Ein Faden edler Jir’a, der sich durch die Ringe des Frohsinns zieht. (״Seid fröhlich vor G’tt,״ so steht’s geschrieben). Ein Riegel mitten an den Hüttenwänden des Menscheninneren, ein Ende mit dem anderen verbindend, von der vollkommenen Lebensfreude (Essen und Trinken und Fülle von allem Guten) bis zum verbindenden Und, zum Jen-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.