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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 312 (sequence 6)
Language
German
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312 In den Spuren der Jir’a kommen Stunden, da wir unserer Schuld wegen dies alles nötig haben. Doch nicht sie sind Gttesfurcht, nicht im geringsten. Nicht dies ist ihr Wesen, nur ein Vorbereiten, sie zu empfangen. ״Wenn der Mensch sich grämt, was sagt dann die Sch’china — mein Kopf ist mir schwer, mein Arm istmir schwerמשנה) ״). Es komme nicht der Gram in die Gemeinde der G’ttesfiirchtigen: Die Jir’a ist nicht Gram, nicht Schmerz, nicht Kummer und nicht Sorge. Und wollt ihr wissen, wo sie ihresgleichen hat? Sie gleichet der bangenden Furcht des Vaters ob seines kleinen geliebten Kindes, wenn es auf der Schulter reitet, und er tanzt und scherzt mit ihm. Dass er es mit Vorsicht halte, dass es nicht entgleite, falle! Hier ist Freude ohnegleichen, Wonne, keine ist so gross! Und an ihre Fersen heftet sich die Furcht gar lieblich. Sie hindere jene nicht im frei6n Tanz, sie giesst nicht einen Tropfen Wermut dort hinein. Im Gegenteil! Sie ist’s, die jenen Kräfte gibt, die sie durchzieht wie Rückgrat bindet und erhebt. Und sie umgibt, so wie ein Rahmen züchtig des Bildes Anmut und Milde umzieht. Sie mehret Leben. Sie stärket das Sein. ״G’ltesfurcht mehret Tage.״ Der Vater ist sicher, dass sein Kind fest auf ihm sitzt, dass sein Reiter nicht rücklings fallen wird. Denn er hat ihn immer im Sinn, keinen Augenblick vergisst er seiner. Jede leichte Bewegung nimmt er an ihm wahr, auf dass er nicht von seinem Platze weiche, auf dass er nicht zur Seite neige — und darum ist sein Herz voll Vertrauen, und er tanzt und er spielt. Wenn der Mensch dessen sicher ist, dass sein Lebensbündel von ihm auf den Höhen seines Erkennens getragen wird, dass es von dort nicht rücklings fallen wird, dass er nicht eine Sekunde seiner vergisst, es stets im Sinne hat, von Mal zu Mal es mustert und mit Jir’a schirmt — dann ist sein Herz voll Vertrauen, und er tanzt und spielt. ״Und ich spielte vor G’ttשמואל כ׳ ו׳ כ״ב) .״).

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