Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 308 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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308 Bücherbesprechungen Gemeint sind die Gelehrten. — Zeile 4 der Strophe 19 ist nach dem Kommentar (אכלה ערב) zu übersetzen: ״und nicht ang־enehm wurde der (Opfer) Geruch; und sie (die Wache) wurde verzehrt (durch) Arab.“ — Strophe 23: ״Es komme das Unheil (über die), die mich in Stücke schlugen“ ... Prof. A11 ״ s Aufsatz (S. 100—105) bespricht einen ״jüdischen Grabstein aus Joppe“ (üapTjYopYjs 6tö? 5Avavtas) nnd bietet in dankenswerter Weise eine Reihe von Ergänzungen zu meiner Inschriftensammlung• Zum Schluss sei noch eine Bemerkung zu Seite 22 des Buches gestattet, wo D. es für richtig fand, inmitten einer wissenschaftlichen Ausein an der setzung eine recht abfällige Aeusserung über das sittliche Leben der Chaluzim zu tun. Ein mit dem verehrten Verfasser hierüber gepflogener Briefwechsel ergab, dass es sich keinesfalls um persönliche Erfahrungen Dalman’s, sondern um die Mitteilungen anderer handelt, die offenbar auf Irrtum beruhen. Ein Brief des palästinensischen Arztes Dr. B. Jardeni (vom 19. VIII. 1923) an mich enthält u. a. den folgenden Satz: ״Es kann ruhig konstatiert werden, dass die Chaluzim und Cbaluzoth in א״י ein keusches, heiliges Leben, als Folge ihres Opferideals für den Aufbau des jüdischen Landes und die Regenerierung des jüdisehen Volkes, führen.“ Herr Prof Dalman, dem dieser Brief zugesandt wurde, hatte die Güte das Versprechen zu geben, er ״werde gern im Palästina-Jahrbuch 1924 das Urteil von Dr. Jardeni erwähnen“ (Brief vom 31/8, 1923). Wir legen besonderen Wert darauf, dass jenes abfällige keinesfalls begründete Urteil durch den Verfasser selbst richtiggestellt werde. S. Klein בממלכת כוזר היהודית רומן הס טורי תרנם ש. ל. צימרון הוצאת אמנות פראנקפרוט ע/,נ מין מוסקבה אודיסדג Ein Roman, der vom Verlag Omonuth, für den nicht so sehr finanzielle als literarische Beweggründe massgebend sind, herausgegeben wird, hat seine Probe dadurch bestanden. Doch bedarf es kaum bei diesem Werke Schachnowitz einer solchen Bestätigung. Die Geschickliehkeit, mit der eine Fülle belehrenden Stoffes in die an sich spannende Handlung eingeflochten ist, macht es zu einem unserer wertvollsten Volksbücher. Schachnowitz’ Verdienste auf diesem Gebiete sind um so anerkennenswerter als es ein recht dornenvoller Weg ist, den der schreitet, der in der orthodoxen belletristischen Literatur Lorbeern pflücken will. Der Künstler und Lehrer müssen sich dabei allzusehr im Wege stehen. Wo nur ein Anflug von Tendenz da muss die Kunst als Kunst verkümmern. Dazu kommt, dass das grosse Kunstwerk nun einmal von der Leidenschaft geformt wird, zumeist von einem Uebermass an Leidenschaft. Der Jehudi aber, dem die wahre Vollkommenheit seines Volkes höher steht als alles, der der Meinung, dass bei aller Schätzung der Werte, die die Kunst dem Menschen gibt, es wichtiger ist, dass dem schlichten Manne die ihm nötige geistige Nahrung geboten wird als dass Feinschmecker der Aesthetik auf ihre Kosten kommen, weiss diese Volksschriften nach Gebühr zu schätzen. Dem Vf., der uns eine ganze Reihe von Novellen und Romanen schon geboten hat, sei der Dank dargebracht, den er sich um uns verdient, und zu seinem 50. Geburtstag der Wunsch, dass es ihm noch lange vergönnt sein möge, auf dem von ihm gewählten Felde dem Judentum zu dienen. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Druck von H. Itzkowski, Berlin N 24, Au^uststr. 69