Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 298 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293027-2293030--07013-2300296- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
298 Die Buss fertigen usw., Anmerkungen zu erreichen ist. Wir werden dann freilich nicht von der Sphäre des *vollkommen Gerechten״ reden. Ihr haftet immer der Mangel an. den wir an dem nur Gerechten befürchten müssen. Es gibt aber ein Mehr. Wie das in dem Ausspruch des R. Pinchas ben Jair zum Ausdruck kommt (Aboda sara 20 b), der den Menschen über eine ganze Reihe von Stufenfolgen zur Frömmigkeit הסירות gelangen lässt (vgl. M. Ch. Luzzatto מפלת ישריס, der dem systematischen Aufbau seiner Mussarforderungen. diese Reihenfolge zu Grunde legt). Dieser ״Fromme״ stände dann auch nach der Ansicht R. Abahus höher als der Bussfertige. Das ist vielleicht auch die Ansicht des ב״ח zum וכתב אוי זרוע .. . וקוברץ) מור י״ד סוף סי' שס״ב בעל תשובה אצל צדיק מעיקרא עכ״ל משמע דבעל תשובה אצל חסיד אין קוברין). Vgl. auch '3 ש״ע י״ד סי' שס״ב ביאורי הגר״א אות und sein Hinweis zuf מ״ק י״ז ע״א Siehe Raschi daselbst s. v. דייגי. 28) *Dagegen ist die Meinung des R. Abahu. dass der Bussfertige dereinst noch einen höheren Rang einnehmen ,werde als der vollkommen Gerechte, wrohl niemals in weiteren Kreisen anerkannt worden“ heisst es bei Strack-Billerbeck Kommentar zum N. T. aus Talmud und Midrasch B. II. S. 211 —• wieder ein Beleg, wie auch die grösste Gelehrsamkeit, die zweifellos dies Werk auszeichnet, nicht den Mangel ersetzen kann, der aus der Unkenntnis der lebendigen jüdischen Volksseele flieset. Vgl. darüber mein »Zur Charakteristik des Sündenbewusstseins“ usw. Je8churun XI S. 218 Anm. 2. Telschi. Als Friedrich der Grosse einmal in San3souci mit seinen Generalen und Freunden zu Tische sass, kam die Rede auch auf Wunder und das Dasein einer höheren Macht. Der König war bekanntlich ein Freidenker, nicht so viele seiner anwesenden Freunde. Friedrich wandte sich zu seinem berühmten General Ziethen und sprach: ״Nenn’ Er mir doch ein Wunder!“ Ohne Zögern gab dieser zur Antwort; .Die Juden! Sie leben noch immer!“ Und der grosse König erwiderte nichts. So berichtet die Anekdote. Wir können Ziethen und seinem Herrn nicht das Zeugnis ausstellen, dass sie den Juden besondere Reverenz erwiesen. Um so bedeutsamer ist die Meinung des Generals, um so bezeichnender das Schweigen des königlichen Denkers. Man fühlte, dass über diesem leiderprobten, unsterblichen Volke eine geheime Macht