Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 285 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ueber Marc Chagall 285 Farben auf Gesichtern und Körpern entrücken sie trotz aller Erdenhaftigkeit in die Sphäre des Geheimnisses und der Gnade. III. Nur andeutend haben wir von Chagall gesprochen, auch ist sein geistiges Leben in voller Entwicklung und Kraft. Einen Ausschnitt wollten wir geben, besonders aber seine gefühlsmassige Verbundenheit mit jüdischen Lebenswerten beleuchten. Hier kommt man nur zum Ziel, wenn man des Künstlers Affektivität als Ausgangspunkt wählt und Beziehungen zwischen dieser individuellen Affektivität und der umfassenderen Gemeinschaftsaffektivität mehr oder weniger zahlreich aufdeckt. Nur in diesem Sinne kann man überhaupt von jüdischer Kunst reden, und von Marc Chagall als einem führenden Künstler der jüdischen Gegenwart. Die Bussfertigen und die vollkommen Gerechten.*) Von Dr. J. Wohlgemut!!, Berlin. Die Aufstellung der 13 Glaubenssäfze durch Maimonides hat bekanntlich Widerspruch erfahren. Nicht inbezug auf die Verbindlichkeit ihres Inhalts, sondern hinsichtlich des methodischen Prinzips in der Wahl gerade dieser Sätze. Einige glaubten, dass die Wahl zu weit, andere, dass sie zu eng ausgefallen ist. Das ist keine Frage, dass sich Maimonides mehr durch seine philosophische Einstellung hat leiten lassen und durch eine gewisse Polemik gegen anders gerichtete Auffassungen. So fehlt unter den 13 Ikkarim auch ein geradezu entscheidender. Denn zu den Glaubenssätzen oder sagen wir lieber Grundüberzeugungen, die das Wesen des Judentums ausmachen und für uns von zentraler Bedeutung sind, gehört sicher die Lehre von תשובה. Sie ist so spezifisch jüdisch, dass dieser Begriff durch kein einzelnes Wort in einer anderen Sprache wiedergegeben werden *) Vorabdruck meines Beitrags für die zum 60. Geburtstag Natan Birnbaums erscheinende Festschrift.