Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 232 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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232 B üch erb esp rech 11 מ ge 11 stüek: ״Weissagung und Erfüllung“ ganz abgesehen, das rein christlich orientiert ist). Bedauerlich ist nur, dass die so überaus fruchtbare Arbeit der mittelalterlichen und neueren jüdischen Religionsphilosophen und Exegeien nicht genügend berücksichtigt ist. Dem hier alle überragenden Abarbanei, der doch so ausserordentlich viel dem Wortsinn Entsprechendes gesagt hat, begegnen wir selten. Die Ausführungen über die ״Geschichte der messianischen Weissagungen in der nachkanonischen Literatur“ sollen wohl nur ein kurzer Nachtrag sein, als ״Geschichte“ bieten sie zu wenig. Diese Ausstellungen an den beiden angezeigten Werken können dem Werte dieser wie aller Arbeiten Ed. König’s nicht Abbruch tun. Sie alle haben abgesehen von der vielfach anerkannten wissenschaftlichen Bedeutung noch ein besonderes Charakteristikum. Sie smd alle getragen von dem ethischen Pathos eines Mannes, der für Wahrheit und Gerechtigkeit mit dem Mute kämpft, den nur das Bewusstsein verleiht, für eine gute Sache zu streiten. Ed. König ist trotz der Anerkennung der Grundidee biblischer Literarkritik kein Halber. Für das Christentum und auch für das orthodoxe Christentum wird der Offenbarungscharakter des A. T. nicht durch eine derartige Kritik aufgehoben, in durchaus geschlossener Anschauung tritt K. aber jedem Yersuch entgegen, in der geschichtlichen und religionsgeschichtlichen Beurieilung der Schriften des A. T. mit einem anderen Masstab zu messen als es den Dokumenten und Quellen der nichtisraelitischen Völker gegenüber geschieht. Seine umfassende Gelehrsamkeit und sein in der Polemik gegen so viele Gegner geübter Scharfsinn liefert ihm die Waffen, die Schwächen der gerade auf dem Gebiete der israelitischen Religionsgeschichte sich so dreist hervoiwagenden Hypothesen aufzudecken. Unerschrocken und iin* ermüälich ist er stets auf der Warte, den uns allen, dem Judentum und dem Christentum, gemeinsamen heiligen Schatz zu wahren und zu verteidigen. Dass er bei dieser seiner Arbeit zugleich für die Ehre des Judentums kämpft, eine unermüdliche Tätigkeit in der Abwehr speziell antisemitischer Angriffe gegen unsere Bibel entfaltet, für die er in dem grossen Kreise der ihm nach Geburt und Glauben Verbundenen auf Ruhm und Dank wahrlich nicht rechnen kann, kann ihm von uns niemals vergessen werden. Möge es dem greisen Gelehrten noch lange vergönnt sein, in dem gleichen Geiste und mit dem gleichen Erfolge uns die Früchte seiner Arbeit zu spenden. J. W. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Drude von H. Itzkowski, Berlin N24, Augniststr. 69