Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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5684 אדר ב׳ — ניסן Heft 3/4 März — April 1924 Wesen und Wesentlichkeit der Form im Judentum. Von Dr. Nathan Birnbaum. Es ist einmal so, das3 der Mensch sein Wesen nur in gesellschaftlichen Zusammenhängen, nur in Reichen der Welt und des Geistes verwirklichen kann. Und auch sein religiöses Wesen ist von der Vorsehung auf diesen Weg gewiesen, kann nur in Gemeinschaften und Systemen, in bestimmten Religionen Tatsache werden. Hiervon gibt es keine Ausnahme. Auch die grossen religiösen Wegbahner sind es nicht, sondern eben nur Ausgangspunkte gewisser religionsgemeinschaftlicher Krystallisationen, Anfangsglieder von deren Religionskette. Und die anderen Persönlichkeiten intensivster Religiosität leben doch immer wieder bloss die ReBgiosität aus, die ihnen in ihrer Religion vermittelt worden ist, — nur eben intensiver und vielleicht fruchtbarer als ihre Religionsgenossen. Alle Religionen verkünden bestimmte Ideengehalte, d. h. sagen Bestimmtes über das Göttliche, über seine Beziehungen zu der Welt und zu den Menschen, über seine Gebote an die Menschen aus. Natürlich verlangen die Religionen vom Menschen die Anerkennung dieser Aussagen und Erfüllung dessen, was als Forderung aus ihnen hervorgeht, d. h. Erfüllung gegen aussen und gegen oben, oder wie man es persönlicher gewendet ausdrücken kann, ideengehaltgemässe Hingebung im Leben und ideengehaltgemässe Hingebung im Geiste. 1